Initiative "Vielfalterleben"
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) unterstützt die Initiative Vielfalterleben, weil sie mit den Zielen des DNR übereinstimmt, die biologische Vielfalt zu bewahren, den Naturhaushalt zu schützen, wiederherzustellen und der Zerstörung sowie der Beeinträchtigung von Natur und Umwelt, insbesondere durch Gentechnik, Einhalt zu gebieten. Der DNR ist stets um ein möglichst breites gesellschaftliches Bündnis für den Erhalt der biologischen Vielfalt ohne Gentechnik bemüht.
Viele für die Vielfalt
Die Initiative Vielfalterleben setzt sich gegen Gentechnik und für Vielfalt ein.
Hintergrund
Monokulturen, Sorten-Einfalt und Gentechnik sind heute bestimmend für die moderne Agrarindustrie. Das bedroht nicht nur unsere Ökosysteme, die Vielfalt in der Natur und die Existenz einer nachhaltigen Landwirtschaft. Auch unsere Wahlfreiheit als Verbraucher wird dadurch zunehmend eingeschränkt – insbesondere durch die Ausbreitung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO).
Deren weltweite Präsenz ist eine Gefahr für den Fortbestand einer gentechnikfreien Landwirtschaft. Denn durch den zunehmenden Einsatz von GVO kommen auch die Landwirte in Bedrängnis, die nichts mit Gentechnik zu tun haben wollen. Schon heute geben Erzeuger und Hersteller enorme Summen für die Kontrolle ihrer Waren aus, um unbeabsichtigte Genverunreinigungen auszuschließen. Ko-Existenz ist so gut wie unmöglich; mehr und mehr kommt es bei Lebensmitteln zu diesen Verunreinigungen, die uns als Verbraucher keine echte Wahl lassen.
Verbrauchermeinung ─ Die Mehrheit lehnt Genfood ab
Das Meinungsbild in der Bevölkerung bezüglich Gentechnik in der Landwirtschaft aber ist eindeutig. Eine Studie des Bundesamts für Naturschutz (BfN) im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) vom Oktober 2010 kommt zu einem deutlichen Ergebnis: 87 Prozent der Deutschen lehnen Agro-Gentechnik ab.
Trotz dieser Mehrheitsmeinung verharrt insbesondere die EU-Kommission bei ihrer positiven Haltung zur Gentechnik. Dies ist eine klare Missachtung der Verbrauchermeinung zu Gunsten der Agrar-Lobby. Dabei wissen auch die EU-Politiker seit langem von der kritischen Haltung der Bürger zum Thema Gentechnik.
Die Initiative Vielfalterleben
Die Initiative Vielfalterleben macht daher 2011 zum Aktionsjahr für Vielfalt: Die Initiative soll das bis dato größte, bundesweite Engagement von vielen gleichgesinnten Partnern gegen Grüne Gentechnik und für die Förderung und den Erhalt von Vielfalt werden. Im Bündnis Vielfalterleben schließen sich auf Initiative von Alnatura viele Partner aus den Bereichen Umwelt- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Lebensmittel-Verarbeitung sowie Handel zusammen, um gemeinsam mit möglichst vielen engagierten Verbrauchern die Politik zum Umdenken und konkreten gesetzgeberischen Maßnahmen zu bewegen. Offizieller Start von Vielfalterleben ist am 15. Februar 2011; an diesem Tag geht auch die Kampagnen-Website www.vielfalterleben.info als zentrale Aktionsplattform des Bündnisses online. Hier finden alle interessierten Verbraucherinnen und Verbraucher laufend neue Informationen, alle aktuellen Termine und die Mitmachoptionen.
Die öffentliche Petition gegen Agro-Gentechnik
Vielfalterleben möchte mit einer öffentlichen Petition und einer großen Unterschriftenaktion die verantwortlichen Politiker für die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung sensibilisieren. Wichtigster Meilenstein der Aktion ist die Petition, um eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu erreichen. Hierfür wird der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) als politischer Vertreter der Aktion Vielfalterleben im Frühjahr 2011 eine Petition einreichen. Deren genauer Wortlaut steht momentan noch nicht fest, da er an die aktuellen politischen Geschehnisse angepasst werden soll; sicher aber ist, dass sich die Petition gegen Agro-Gentechnik richten wird. Voraussichtlicher Beginn der sechswöchigen Zeichnungsfrist ist Ende März 2011. Ziel ist es, in den ersten drei Wochen mindestens 50.000 Unterschriften zu sammeln, damit sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages mit den Forderungen der Initiative auseinandersetzen muss. Im Falle einer erfolgreichen Petition wird der Gentechnik-Experte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des BÖLW, als Petent vor dem Ausschuss auftreten.
Unterschriften und Saatgut für den Erhalt von Vielfalt
Die mehrmonatige Sammlung von Unterschriften gegen Gentechnik – in Schriftform und online ─ beginnt Mitte Februar zeitgleich mit dem Aktionsstart; ebenso startet dann der Verkauf von acht verschiedenen biologischen und damit gentechnikfreien Saatgutsorten. Die Vielfalterleben-Saatguttütchen sind in den Alnatura Super Natur Märkten, bundesweit bei dm und Budni in Norddeutschland erhältlich. Der Erlös aus dem Verkauf der Tütchen unterstützt den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft und den Verein für wesensgemäße Bienenhaltung Mellifera. Den voraussichtliche Abschluss der Kampagne bildet die Übergabe der Unterschriftenkarten: Die Initiatoren von Vielfalterleben werden diese im Sommer 2011 mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion an Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, übergeben.


