Presseinformation 22.10.2014

EU-Gipfel: Klimaziele müssen erhöht werden
Aktuelles Paket verschiebt Lasten auf künftige Generationen

Am Freitag wollen die Staats- und Regierungschefs der EU die neuen Energie- und Klimaziele für Europa bis zum Jahr 2030 beschließen. Der Deutsche Naturschutzring hat im Vorfeld des Treffens in Brüssel Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgefordert, alle verfügbaren Hebel in Bewegung zu setzen, die Ambition und Verbindlichkeit der Ziele noch zu erhöhen.

Der aktuelle Vorschlag, die Treibhausgase bis 2030 um 40 % gegenüber 1990 zu reduzieren, den Anteil erneuerbarer Energien auf 27 Prozent anzuheben und die Energieeffizienz um 30 Prozent gegenüber den Prognosen von 2007 zu steigern, sei völlig unzureichend, um eine gefährliche Erderwärmung über zwei Grad Celsius zu verhindern und die Importabhängigkeit der EU ausreichend zu verringern. Nötig seien vielmehr drei verbindliche Ziele von 55 Prozent Treibhausgasreduktionen, 45 Prozent erneuerbaren Energien und 40 Prozent Energieeffizienz. Der fehlende Ehrgeiz des Pakets und der Mangel an Verbindlichkeit bei den Zielen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz gefährde die deutsche Energiewende und verschiebe den notwendigen Umbau der Gesellschaft zulasten künftiger Generationen. Der Fortschritt bei erneuerbaren Energien werde vollständig ausgebremst.

„Bereits jetzt hat Deutschland mit den Folgen eines zu schwachen Klimaziels zu kämpfen. Der Preis für CO2-Zertifikate liegt im Keller und hat dazu geführt, dass dreckige Braunkohlemeiler auf Volltouren laufen, während hochmoderne und effiziente Gaskraftwerke abgeschaltet werden“, erklärte Hartmut Vogtmann, Präsident des Deutschen Naturschutzrings. Ein ehrgeiziges Klimapaket sei nicht nur mit Blick auf Klimaschutz und die Verhandlung eines neuen internationalen Klimaabkommens in Paris in 2015 unabdingbar. Es sei auch eine Voraussetzung dafür, dass Europa die Energiewende weg von Atom- und Kohlekraft vollbringe, die Energiesicherheit erhöhe und neue Arbeitsplätze für Deutschland und die krisengeschüttelten Mitgliedstaaten schaffe. „Dies sind wir den nachfolgenden Generationen schuldig“, so Vogtmann.

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Stefanie Langkamp, DNR-Klimaexpertin
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