Biodiversität - (Er)Leben und Gestalten in Vielfalt

Laufzeit

Das Projekt läuft vom 01.08.2008 bis zum 31.07.2009

Ansprechpartner

Zielsetzung

Menschen mit Migrationshintergrund machen einen hohen Anteil der Bevölkerung in Deutschland aus. Dennoch werden diese nur selten als Zielgruppe von Informationskampagnen (spezielles Beispiel sind hier die Biodiversitätskampagnen) anvisiert noch sind sie als Aktive in Natur- und Umweltschutzverbänden zu finden.

Ziel dieses Projektes ist es, Gründe für diese Betrachtung aufzuzeigen sowie Partizipationsmöglichkeiten für den weiter anwachsenden Teil der Bevölkerung auf innovative Weise zu fördern. Mit dem Projekt soll die Arbeit der Natur- und Umweltschutzverbände gestärkt und das Natur- und Umweltschutzbewusstsein in Deutschland nachhaltig gefördert werden.

Durch das Vorhaben sollen beispielhafte Kenntnisse und erste Ansätze über spezifische und effektive Maßnahmen zur Verbesserung des Informationsstandes und der Informationsvermittlung im Umweltbereich - insbesondere bezogen auf die Thematik Biodiversität - generiert und entwickelt werden. Dabei steht die aktive Einbeziehung von MigrantInnen in den Umweltbereich im Vordergrund.

Auf diese Weise leistet das Projekt einen Beitrag zur zielgruppenadäquaten Sensibilisierung der Menschen, die bisher als Adressaten/innen von Nachhaltigkeitsthemen wenig berücksichtigt wurden, und es dient dazu, die Biodiversitätsthematik bei ihnen zu verankern.

Ferner dient das Vorhaben dem Auf- und Ausbau von deutsch-migrantischen Kooperationsnetzwerken – sowohl zwischen Institutionen als auch Einzelpersonen - wobei ein beidseitiger Lernprozess angestrebt wird.

Um das Projektziel zu erreichen und voranzubringen, sollen die türkischen Medien in das Vorhaben mit einbezogen werden. Diese spielen in der Informationsvermittlung zur türkischen Community, welche die größte nationale Gruppe unter den Zuwanderern ist, eine zentrale Rolle. Hierfür wird die Stiftung „Zentrum für Türkeistudien“, die über ausgeprägte Kontakte zu den türkischen Medien verfügt, als Projektpartner einbezogen und beauftragt.

Vorgehensweise

Zunächst soll die Ausgangssituation der wesentlichen Natur- und Umweltschutzverbände (insbesondere BUND, NABU, Grüne Liga), aber auch bei deren Bundesverbänden und anderen DNR Mitgliedsverbänden, erhoben werden.

Dazu soll eine Befragung durchgeführt werden:
zum Beispiel

Arbeitsschritte und Maßnahmen:

In einem weiteren Schwerpunkt soll eine Bestandsaufnahme der türkischen Medienlandschaft in Deutschland erfolgen, die Printmedien, Funk und Fernsehen beinhaltet. In den Redaktionen sollen RedakteurInnen und JournalistInnen identifiziert werden, die für den Bereich Umwelt allgemein und Biodiversität im Besonderen verantwortlich sind oder diesen bearbeiten. Dabei soll auch eruiert werden, ob und in welchem Umfang Berichterstattung hierzu stattfindet. Diese JournalistInnen sollen später zu einem Workshop eingeladen werden.

In einem zweiten Schritt sollen mit drei bis vier dieser RedakteurInnen oder JournalistInnen aus den verschiedenen Medienbereichen, insbesondere solchen, die sich mit diesen Themen bereits intensiver befasst haben, leitfadengestützte Tiefeninterviews durchgeführt werden. Ziel der Leitfadengespräche ist zum einen, herauszufinden, inwieweit Berichterstattung zu diesen Themen in den türkischen Medien stattfindet und inwieweit sie sensibel für Kampagnen sind, vor allem aber, Ansatzpunkte dahingehend zu erhalten, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen Berichterstattung in den türkischen Medien über diese Themen stattfinden kann, wie die türkischstämmigen Leser, Hörer und Zuschauer an das Thema herangeführt werden können und wie Kampagnen in den türkischen Medien gestaltet sein müssen. Diese Untersuchung dient auch der Vorbereitung des dritten Schritts, die Durchführung eines Workshops.

Der dritte Schritt, ein Workshop in Frankfurt mit RedakteurInnen und JournalistInnen türkischer Medien dient der Sammlung und dem Austausch von Anregungen und Maßnahmen zur Sensibilisierung der türkischen Medien wie der türkischstämmigen Bevölkerung. Der Workshop selbst dient zugleich der Sensibilisierung der Teilnehmer. Zum Workshop sollen 10 bis 15 RedakteurInnen und JournalistInnen türkischer Medien, die sich bereits mit Umweltthemen allgemein und der umweltbiologischen Vielfalt im besonderen beschäftigt haben, eingeladen werden. Geplant ist, zunächst über kurze Einführungsreferate durch MitarbeiterInnen des Deutschen Naturschutzrings und der Stiftung Zentrum für Türkeistudien das Thema und die Studienergebnisse vorzustellen. Anschließend sollen mit den TeilnehmerInnen Möglichkeiten der Sensibilsierung und der Medienarbeit diskutiert werden. Der Workshop wird in Form eines Berichts dokumentiert.

Arbeitsschritte

Beschreibung

Gesellschaftliche Naturverständnisse und daraus hervorgehende Handlungen in und mit der Natur werden durch die jeweilige Biografie eines jeden Einzelnen besonders geprägt. Zielgruppenspezifische Sensibilisierung für Umwelt- und Naturschutzfragen muss diesen biografischen und soziokulturellen Hintergrund berücksichtigen, um erfolgreich sein zu können. Vor allem im Bereich der Biodiversität treffen häufig sehr unterschiedliche Naturverständnisse aufeinander. Das Projekt möchte dieses Wissen in die Praxis übersetzen und durch neue Formen einer kultur- und gendersensiblen Kommunikation die Partizipation von MigrantInnen im Natur- und Umweltschutzbereich fördern.

Das Projekt richtet sich an MigrantInnen, die bereits in Natur- und Umweltschutzverbänden aktiv sind sowie an solche MigrantInnen, die bisher keinen oder kaum Kontakt zu Natur- und Umweltschutzverbänden hatten bzw. in diesen aktiv waren.

Über die Zielgruppe hinaus sollen MultiplikatorInnen der Natur- und Umweltschutzverbände (zunächst in Berlin, insbesondere des BUND, NABU, Grüne Liga) und MedienvertreterInnen über die Stiftung Zentrum für Türkeistudien angesprochen werden.

Die Ergebnisse sollen in einer Broschüre mit ersten Merkposten für weitere Natur- und Umweltschutzvereine zur Verfügung gestellt werden.

Als Folgeprojekt können Sensibilisierungs-Workshops für die genannten Akteure durchgeführt werden.

Durch den modellhaften Charakter und der sich auf das gesamte Bundesgebiet bezogene Thematik des Vorhabens ist die Übertragung auf andere Standorte möglich und sinnvoll. Da die genannten Umweltverbände bundesweit aktiv sind, ist die bundesweite Verbreitung der Ergebnisse des Vorhabens bereits im Projekt selbst angelegt.

Eine Kooperation mit der türkischen Umweltinitiative Deutschland (TUD) und der TEMA-Stiftung ist anvisiert. Beispielsweise ist für den Workshop auch die Teilnahme von VertreterInnen der TEMA-Stiftung sowie der Stiftung Zentrum für Türkeistudien geplant. Weiterführende Workshops bzw. sog. Fokusgruppen können im Anschluss an das Projekt realisiert werden, woraus vertiefende Erkenntnisse über den Informationsstand und geeignete Kommunikationswege für Thematiken wie Biodiversität- und Klimaproblematik, aber auch Nutzung von erneuerbaren Energien, gewonnen werden.

Durch die Kooperation mit der Universität Lüneburg kann eine Vernetzung von außeruniversitären (MigrantInnen)Organisationen mit AkteurInnen der Universität vorangetrieben werden.

Förderung

BfN

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BFN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Dokumente (PDF)