Kampagne energieeffizienz - jetzt!

Laufzeit

Ansprechpartner

Dr. Helmut Röscheisen
Deutscher Naturschutzring
Tel. 0228/359005
E-Mail: helmut.roescheisen@dnr.de
 
Klemens Gieles
Stockstadter Str. 55-57
63814 Mainaschaff
Tel. 06021/449949-11
Fax: 06021/449949-20
E-Mail: klemens.gieles@dnr.de  

Projekt-Website



www.energieeffizienz-jetzt.de

Zielsetzung

Anlass zur Initiative sind die unumstrittene Bedeutung und Möglichkeiten der effizienten Energienutzung. Es besteht ein Effizienzstau zur Nutzung der vorhandenen Effizienzpotentiale. Weitere Anlässe für das Projekt sind der

Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Erschließung von Energieeffizienz-Potentialen im Bereich privater Haushalte und bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Dies erfolgt durch das Zusammenwirken verschiedener Teilprojekte der Projektpartner Öko-Institut, Deutsche Umwelthilfe, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management mit unterschiedlichen Vorgehensweisen und Zielsetzungen. Der DNR koordiniert die Zusammenarbeit der Projektpartner und baut ein Energieeffizienz-Netzwerk auf.

Die Initiative verfolgt in den einzelnen Projektmodulen mehrere Teilziele:

Vorgehensweise

Im Projekt werden die Schwerpunktbereiche Strom verbrauchende Produkte mit den Zielgruppen Verbraucher, Hersteller und Handel, sowie Einsparpotentiale in Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) bearbeitet. Über die Begleitung der Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie, die Ausarbeitung eines Vorschlags für einen Energieeffizienzfonds und medienwirksame Sortimentsanalysen sowie die Überprüfung von Energie-Labeln im Handel wird versucht, auf effizienzorientierte Rahmenbedingungen hinzuwirken.
Ein Projektbeirat, besetzt mit Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Handel und Kommunikation berät und begleitet die Aktivitäten der Kampagne energieeffizienz – jetzt!.

Die Projektpartner agieren selbständig und erarbeiten, wo Überschneidungen vorliegen, gemeinsam die og. Ziele mit speziellen Aktionsformen wie z.B. Analysemethoden zur Bewertung energieeffizienter Produkte, Wettbewerben und Aufklärungsaktionen für KMU, Darstellung von Ergebnissen und Marktübersichten in Internet und Printmedien, Ausschreibungen zur Unterstützung der Einführung hocheffizienter Elektrogeräte, u.U. auch Klagen gegen Wettbewerbsverstöße auf Einhaltung der Energieverbrauchskennzeichnungsregelungen bei Elektrogeräten, Qualifizierungs- und Coachingssystemen für KMU, ihre Energieeffizienzpotenziale auszuschöpfen sowie durch Monitoring und Politikgestaltung im Bereich der EU-Ökodesign-Richtlinie.

Einige der aufgeführten Aktionsformen werden hier kurz erläutert:

A. Analysemethoden zur Bewertung energieeffizienter Produkte

Im Projektteil werden in Ergänzung der bereits vorhandenen Marktübersichten 20 neue Marktübersichten mit weit über 500 Produkten erstellt. Die Produkte werden auf Energie- und Ökoeffizienz untersucht sowie die Lebenszykluskosten ausgewiesen. Als Analysemethode wird ein dafür entwickeltes Analyseverfahren namens PROSA - Product Sustainability Assesment verwendet, in das Ökobilanzen, Produktanalysen und Konsumforschung integriert sind. Ergänzend hierzu wird auf bestehende Produktsiegel, Rankings und Produkttests zurückgegriffen. In die Gesamtbewertung fließen gleichermaßen Umweltaspekte wie Qualitätsaspekte und soweit möglich auch soziale Aspekte bei der Herstellung ein. Daraus werden Marktübersichten mit Angaben zur ökologischen Wertigkeit, dem Kaufpreis und den Folgekosten erstellt, die im Internet abgerufen werden können. Zum Vergleich werden typische konventionelle Produkte vorgestellt. Ergänzend erhalten die VerbraucherInnen Tipps zur kostensparenden und umweltschonenden Nutzung der Produkte.
Die empfohlenen Produkte weisen also eine hohe Qualität und einen bezahlbaren Preis auf und schonen die Umwelt.

B. Klagen gegen Wettbewerbsverstöße auf Einhaltung der Energieverbrauchskennzeichnungsregelungen bei Elektrogeräten

Im Sinne einer erfolgreichen Klimapolitik fehlt den Verbrauchern beim Kauf von Elektrogeräten oft die Information über die Betriebskosten und die ökologischen Auswirkungen beim Betrieb des Gerätes. In der Anschaffung günstige Geräte sind im nachfolgenden Betrieb oft unverhältnismäßig teuer. Anbieter stellen oft die notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen Informationen nicht zur Verfügung.
Im Teilprojekt werden Handelsgeschäfte besucht, um die Übereinstimmung der vorhandenen Energieeffizienz-Auszeichnung mit der gesetzlich vorgeschriebenen festzustellen. Neben den Möglichkeiten zur Klage wegen Wettbewerbsverstößen werden aus den Daten Markübersichten gewonnen und bereitgestellt.

C. Qualifizierungs- und Coachingsysteme für KMU, ihre Energieeffizienzpotenziale auszuschöpfen

Für die Erreichung der Qualifizierungs- und Unterstützungsziele wurden zwei Wege ausgewählt.

1. Sofern im Unternehmen geeignete Personalkapazitäten vorhanden sind, werden diese zum „Betrieblichen Energie-Effizienz-Manager“ ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt berufsbegleitend, teilweise unter Verwendung von Fernlehrgangsmodulen. Für die konkrete Arbeit im Unternehmen erhalten die Effizienz-Manager ein kontinuierliches Coaching – soweit nötig durch Experten, soweit möglich im Rahmen eines auf Gegenseitigkeit beruhenden kollegialen Beratungsnetzwerks.

2. Sofern im Unternehmen die geeigneten Personalkapazitäten nicht vorhanden sind, werden externe Energie-Effizienz-Manager im Unternehmen tätig. Dafür werden entsprechend vorqualifizierte, interessierte und geeignete Personen im Rahmen des Programms ausgebildet und auf Zeit in das Unternehmen integriert. Dort sammeln sie weitere Erfahrungen, die eine Weitervermittlung für vergleichbare Aufgaben in anderen Unternehmen ermöglicht. Im Idealfall finden sie eine dauerhafte Aufgabe in einem der Energie-Effizienz-Betriebe.

D. Monitoring und Politikgestaltung im Bereich der EU-Ökodesign-Richtlinie

Das im Rahmen des Teilprojektes durchzuführende „Ökodesign-Watch“ dient dazu, eine anspruchsvolle, an der Energieeffizienzidee orientierte Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie zu unterstützen. Es werden 14 Fachstudien zu den einzelnen Produktgruppen ausgewertet. Die gewonnen Einsichten und unterschiedlichen Positionen werden nicht nur in die Expertenkreise eingebracht, die sich mit der Ausgestaltung der Ökodesign-Richtlinie beschäftigen, sondern auch in die Öffentlichkeit und Politik hinein getragen.

Das Top-Runner-Konzept mit dynamischen Grenzwerten, die Weiterentwicklung der Energieeffizienzklassifizierung und das Verbot von unnötigen Stand-by-Schaltungen werden dabei konkretisiert und weiter entwickelt. Das Ganze wird im Internet dokumentiert.

Beschreibung

Das Gesamtprojekt fußt auf der Grundtatsache, dass der Primärenergieverbrauch in der EU allein durch kosteneffiziente bzw. sich amortisierende Maßnahmen bis 2020 noch zusätzlich zu den bereits beschlossenen Maßnahmen hinaus um 20% gesenkt werden kann, was einer Energiekosteneinsparung von bis zu 100 Mrd. € pro Jahr bedeutet.

Tatsache ist aber auch, dass die Energieeinsparmaßnahmen kaum genutzt werden. Dies gilt besonders für den Bereich der privaten Haushalte.
Die Bundesregierung, aber auch die EU-Kommission haben mehrfach die Bedeutung nichtstaatlicher und kooperativer Initiativen hervorgehoben und eine stärkere Sensibilisierung für Energieeffizienz und entsprechende Verhaltensänderung gefordert.
Dabei gibt es eine Reihe von Gründen, die eine Förderung der Ausschöpfung der Energieeinsparpotenziale unterstützen:

Die Kampagne energieeffizienz – jetzt! konzentriert sich auf die Bereiche der stromverbrauchenden Produkte mit den Zielgruppen Verbraucher, Hersteller und Handel, kleine und mittlere Unternehmen und politische Entscheidungsträger.

Das Gesamtprojekt ist breit angelegt, um die wesentlichen Bereiche zu erfassen und eine große Durchschlagskraft und Medienwirksamkeit entfalten zu können. Durch die beteiligten Organisationen und geplanten Maßnahmen wird es sowohl die breite Öffentlichkeit als auch die jeweils adressierten Zielgruppen gut erreichen können und voraussichtlich eine hohe und kontinuierliche Medienresonanz zum Thema Energieeffizienz haben.

Förderung

DBU

Das Projekt wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Dokumente (PDF)

Faltblatt [2.521 KB]

Abschlußbericht [4.112 KB]
Anhang [1.082 KB]