SinnEnergie - Energieverantwortung fördern
Interkulturelle Kompetenzen entwickeln und Multiplikatorinnen schulen
Laufzeit
vom 01.04.2009 bis zum 31.08.2009
Ansprechpartner
Dr. Helmut Röscheisen
Deutscher Naturschutzring
Tel. 0228/359005
E-Mail: zum Kontaktformular
Klemens Gieles
Deutscher Naturschutzring
Stockstadter Str. 55-57 ; 63814 Mainaschaff
Tel. 06021/449949-11 ; Fax: 06021/449949-20
E-Mail: klemens.gieles@dnr.de
Dr. Jürgen Bärsch (j.baersch@koelninstitut-ipek.de)
Sabine Diemer (s.diemer@koelninstitut-ipek.de)
koelnInsitut iPEK GmbH
Gotenring 4 ; 50679 Köln
Tel. 0221 - 9910253
www.koelnInstitut-iPEK.de
Kooperationspartner
Ayse Aydin
Islamische Union der Anstalt für Religionen e.V. (DITIB) Subbelrather Str. 17
50823 Köln
0221-579 82 84
presse@ditib.de
www.ditib.de
Wladimir Weinberg
Kultur- und Integrationszentrum Phoenix Köln e.V.
Dechenstraße 20
50825 Koeln
0221-29801552
w.weinberg@migelo.de
www.phoenix-cologne.com
Zielsetzung
Ziel des Projektes ist es, das Thema "Sinnvoller Energiekonsum im Alltag" auf Dauer in die Bildungsabteilungen von Migrantenorganisationen türkisch- und russischsprachiger MigrantInnen zu tragen. Es sollen praktikable, zielgruppenspezifische, interkulturelle Kommunikationsmittel für eine erfolgreiche Vermittlung generiert werden, um so für Menschen mit Migrationshintergrund den Erfolg von Bildung für Nachhaltigkeit langfristig sicherzustellen und eine Verbesserung der (individuellen) Ökobilanz zu erreichen. MultiplikatorInnen sollen für die Fragestellung "Energieeffizienz" sensibilisiert werden und das Potenzial der Thematik als Querschnittsthema in ihren jeweiligen Kursen und in Sonderveranstaltungen erkennen. Darüber hinaus sollen die EntscheidungsträgerInnen innerhalb der Bildungsträger, die MultiplikatorInnen sowie die MitarbeiterInnen von Umweltorganisationen kulturübergreifende Netzwerke zur Umweltbildung knüpfen.
Vorgehensweise
Das vorliegende Projekt nimmt die bereits existierende Bildungslandschaft von Migrantenorganisationen als Ausgangspunkt, um Entscheidungskompetenzen und alternative Handlungsoptionen zum nachhaltigen Energiekonsum zu eröffnen. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen sollen geeignete Kommunikationsmittel zur Energiebildung durch die direkte Zusammenarbeit mit MultiplikatorInnen der Bildungsträger der Migrantenorganisationen ermittelt und geprüft werden.
Das Projekt umfasst im Wesentlichen zwei Praxisfelder, die Begleitforschung sowie zwei Workshops.
Praxisfeld 1: Entwicklung interkultureller Kommunikationsmodule
Im diesem Praxisfeld werden die MultiplikatorInnen der Bildungsträger für das Thema „Energiekonsum im Alltag“ als Querschnittsthema in den existierenden Beratungs- und Bildungsangeboten der Migrantenorganisationen sensibilisiert und exemplarische Kommunikationsformen und -mittel entwickelt und erprobt. Durch die Bildung sich ergänzender und unterstützender „Akteurs-Tandems" können Synergien nutzbar gemacht und spezifische Vermittlungsformen entwickelt werden.
In einem ersten Tandem sind der Deutsche Naturschutzring (DNR) und die Türkisch islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB) für die Zielgruppe der türkischstämmigen MigrantInnen zuständig. Ein zweites Tandem bilden DNR und das Kultur- und Integrationszentrum Phoenix Köln e.V. für russischsprachige MigrantInnen.
Am Ende dieses Arbeitsschrittes stehen für die jeweiligen Communities entwickelte erste spezifische Schulungskonzepte, die im nächsten Schritt exemplarisch praktisch angewendet werden.
Praxisfeld 2: Schulung von MultiplikatorInnen
Die MultiplikatorInnen werden von den beiden Migrantenorganisationen benannt. Angebote der Bildungsträger, die gegebenenfalls in dieses Praxisfeld integriert werden können, sind z.B. Computerkurse, Kochkurse, Existenzgründungsberatung oder Elternbildungsseminare mit der möglichen Thematik der Nutzung von Elektronik- und Elektrogeräten, Energiebilanzen von Nahrungsmitteln, Mobilität, Energieausstattung von Betrieben oder energiesensible Erziehung. Die MultiplikatorInnen werden anhand des zuvor entwickelten Schulungsmaterials in die Thematiken und Didaktiken eingewiesen.
Am Ende dieses Arbeitsschrittes ist klar, inwieweit das zuvor entwickelte Konzept als Schulung umsetzbar ist, inwieweit es modifiziert werden muss und unter welchen Bedingungen es flächendeckend eingesetzt werden kann.
Fachveranstaltungen
Im Laufe des Projektes finden zwei Workshops statt. Sie dienen sowohl dem internen Austausch und der Schulung der Projektbeteiligten als auch der Information einer weiter gefassten Fachöffentlichkeit. Die Workshops liegen jeweils vor der Hauptphase der zwei Praxisfelder.
Begleitforschung und Steuerung
Die Begleitforschungs und Steuerungsmodule durch das koelnInstitut iPEK strukturieren sich zu sechs Themenstellungen:
1. Entwicklung und Festlegung von geeigneten, für die Zielgruppen relevanten Energiethemen
2. Auswahl von geeigneten, im Angebot der Bildungsträger langfristig zu verankernden Energiethemen
3. Entwicklung und Erprobung von relevanten interkulturellen Kommunikationsstrategien, die für die Schulung von MultiplikatorInnen wichtig sind
4. Entwicklung einer Schulungskonzeption für MultiplikatorInnen
5. Erprobung einer Schulung von MultiplikatorInnen in zwei Migranten-Communities
6. Evaluation der durch die KooperationspartnerInnen gebildeten Tandems
Beschreibung
Das Projekt „SinnEnergie: Energieverantwortung fördern - Interkulturelle Kompetenzen entwickeln und MultiplikatorInnen schulen“ rückt zwei in der Nachhaltigkeitsbildung bislang nur marginal berücksichtigte Verbrauchergruppen ins Zentrum: türkischstämmige und russischsprachige MigrantInnen, die beiden größten Migrantengruppen der Bundesrepublik mit jeweils etwa 2,5 Millionen Menschen. Die wenigen bereits vorliegenden Untersuchungen legen dar, dass von diesen nicht nur der Transfer von Umweltwissen zu Umwelthandeln lediglich vereinzelt vollzogen wird, sondern dass – im Gegensatz zur großen Teilen der VerbraucherInnen ohne Migrationshintergrund – die Basis, das Umweltwissen, vielfach nur ansatzweise vorhanden ist.
Die in der Mehrheitsgesellschaft geführten öffentlichen Diskussionen und die auf diese ausgerichteten Aufklärungskampagnen, Bildungs- und Beratungsangebote haben die im Fokus dieses Projektes stehenden Zielgruppen kaum erreicht. Vereinzelte Ansätze zur zielgruppenspezifischen Kommunikation waren lokal begrenzt und haben weder in den Migrantenorganisationen noch in den Umweltorganisationen bisher ein deutliches Echo erfahren.
Im vorgestellten Modellprojekt soll aufbauend auf bereits vorliegenden Erkenntnissen die Bewusstmachung sowie die Steigerung der Handlungskompetenz und –autonomie im Bereich Nachhaltigkeit angestrebt werden. Dies wird exemplarisch für den Themenschwerpunkt „Energiekonsum im Alltag“ durchgeführt.
Förderung
Das Projekt wurde gefördert durch das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (www.umwelt.nrw.de).


