Strategiegruppe Naturschutzflächen

Status quo und Entwicklungsoptionen ausgewählter Flächen des Nationalen Naturerbes

Laufzeit

Das Projekt läuft vom 01.10.2007 bis zum 31.10.2009

Ansprechpartner

Zielsetzung

Seit dem Jahr 2001 arbeiten die Umweltorganisationen BUND, Grüne Liga, NABU, WWF Deutschland, Stiftungen Euronatur und Naturstiftung David unter dem Dach des DNR in der Strategiegruppe Naturschutzflächen zusammen. Seit dem Jahr 2004 arbeiten auch EUROPARC Deutschland sowie seit 2005 die Michael-Succow-Stiftung und die Heinz-Sielmann-Stiftung in der gemeinsamen Arbeitsgruppe mit. Ziel der DNR-Strategiegruppe ist die Umsetzung langfristig wirksamer Konzepte zur Sicherung des nationalen Naturerbes. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, weiteren Stiftungen (insbesondere den Länder-Naturschutzstiftungen sowie den im Arbeitskreis „Umwelt-Natur-Gesundheit“ des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen organisierten Umweltstiftungen) sowie Vertretern von Politik, Verwaltung und Wirtschaft ist es im Herbst 2005 gelungen, die Sicherung des nationalen Naturerbes im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD auf Bundesebene zu verankern. Die DNR-Strategiegruppe hat die von der Bundsregierung im Dezember 2005 eingeleitete Umsetzung des Koalitionsbeschlusses intensiv begleitet.

Mit einer eigenen Referenzliste konnte erreicht werden, dass die von Bund und Ländern im November 2006 verabschiedete 100.000-Hektar-Übertragungsliste die wichtigsten und national bedeutendsten Naturschutzflächen berücksichtigt. Für diese Flächen beginnen inzwischen erste Verhandlungen – insbesondere zwischen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Bundesagentur für Immobilienaufgaben. Gleichzeitig müssen Vorbereitungen getroffen werden für die noch ausstehenden 25.000 Hektar Naturschutzflächen. BMU und BMF hatten sich im Frühjahr 2006 auf die Formel „100.000 plus 25.000“ geeinigt: 100.000 Hektar sollen zeitnah übertragen werden, weitere 25.000 Hektar Naturschutzflächen sollen übertragen werden, wenn sie aus der gegenwärtigen Nutzung fallen – das betrifft insbesondere Militärflächen, die sich ge-genwärtig im Konversionsprozess befinden.
Auch wenn die Verhandlungen zur Übertragung der bereits festgelegten 100.000 Hektar Naturschutzflächen aktuell eine sehr hohe Priorität haben, ist die Benennung und Bewertung der zusätzlichen 25.000 Hektar aus mehrfacher Hinsicht von großer Wichtigkeit.

Im Rahmen des Projektes sollen modellhaft für mögichst viele der für die 25.000-Hektar-Liste in Frage kommenden Flächen der Status quo analysiert und Entwicklungsoptionen aufgezeigt werden. Die Analyse des Status quo soll sich nicht auf die naturschutz-fachliche Charakterisierung der jeweiligen Flächen beschränken, sondern insbesondere umsetzungsorientierte Informationen zur aktuellen Situation vor Ort zusammenfassen. Es wird angestrebt – in Anlehnung an die durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt im Rahmen der Verhandlungen zur Übernahme von BImA-Flächen erstellten Steckbriefe - die möglichen Entwicklungsoptionen für die jeweilige Fläche zu diskutieren.

Vorgehensweise

In Abstimmung mit der DBU haben die in der DNR-Strategiegruppe vertretenen Naturschutzorganisationen bis zum Herbst 2007 modellhaft vier Steckbriefe erstellen. Diese sollen möglichst repräsentativ (Ost / West, wenig / viel Konfliktpotential) ausgewählt sein und sich an der in den nächsten Monaten zwischen Bund und neuen Eigentümern verhandelten Flächenkulisse orientieren. Nach einer Prüfung der Praktikabilität der Steckbrief-Struktur durch die verschiedenen Beteiligten (DBU, Ländervertreter, Naturschutzorganisationen – idealerweise in Form eines Workshops) im Herbst 2007 sollen bis zum Sommer 2009 weitere Steckbriefe für wichtige national bedeutsamen Flächen der 25.000-Hektar-Liste erstellt werden.

Jeder Steckbrief soll minimal 10, maximal 20 Seiten enthalten und folgende Informationen beinhalten:

1. Naturschutzfachliches Profil der Fläche / Entwicklungsziel?

2. Vorliegende Verordnungen und Planungen für die Flächen

3. Bisherigen Akteure auf der Fläche

4. Vorliegende Erhebungen / Studien / Daten

5. Konfliktfelder

6. Entwicklungspotential der Flächen / naturschutzfachliche Handlungsoptionen

7. Adressen

Die modellhaft recherchierten Steckbriefe werden innerhalb der DNR-Strategiegruppe diskutiert sowie gemeinsam mit der DBU und weiteren Akteuren innerhalb eines Workshops ausgewertet. Entsprechend der gewonnenen Erfahrungen (insbesondere hinsichtlich der tatsächlich mit vertretbarem Aufwand zu recherchierenden Informationen) wird eine Überarbeitung und ggf. eine Korrektur der Steckbrief-Inhalt vorgenommen. Anschließend werden bis zum Sommer 2009 Steckbriefe zu den wichtigsten national bedeutsamen Naturschutzflächen der 25.000-Hektar-Liste erstellt. Die Ergebnisse sollen mit allen Beteiligten im Rahmen eines Abschluss-Workshops diskutiert werden. Dabei sollen auch Wege für das weitere Vorgehen nach Auslaufen der beantragten DBU-Projektförderung aufgezeigt werden.

Die Erstellung der Steckbriefe wird darüber hinaus eng mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) abgestimmt: Das BfN soll im Auftrag der Bundesregierung die naturschutzfachliche Entwicklung der Flächen kritisch begleiten.

Die Erstellung der Steckbriefe basiert auf den in der Datenbank der Naturstiftung David zusammengestellten Informationen. Für die notwendige weitere aktuelle Vor-Ort-Recherche sollen Werkverträge vergeben werden. Gleichzeitig arbeiten die lokalen Gruppen der in der DNR-Strategiegruppe vertretenen Naturschutzverbände wichtige Informationen zu (Eigenleistungen). Da die Datenlage sehr heterogen sein wird, kommt der Zusammenfassung und einheitlichen Aufarbeitung durch die Projektleitung eine besondere Wichtigkeit zu. Die Projektleitung strebt an, nach Abschluss der Recherche jede Fläche vor Ort zu besichtigen und mit wichtigen Akteuren ins Gespräch zu kommen. Damit wird erreicht, dass die mitunter subjektiven Einschätzungen der Vor-Ort-Bearbeiter (z.B. zum Konfliktpotential) vereinheitlicht werden.

Beschreibung

Bei den national bedeutsamen Naturschutzflächen der 25.000-Hektar-Liste handelt es sich fast ausnahmslos um ehemalige Militärflächen. Hierzu hat die in der DNR-Strategiegruppe mit vertretene Naturstiftung David in den letzten Jahren – mit finanzieller Unterstützung der DBU und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt – eine umfassende Recherche durchgeführt. Da in der Datenbank alle ehemaligen Militärflächen mit einer Flächengröße von über 100 ha berücksichtigt wurden, konnten im wesentlichen nur Informationen recherchiert werden, die bundesweit einheitlich vorliegen (Abgrenzung der Flächen, Schutzgebietsstatus, CORINE-Landnutzung, abiotische Parameter etc. etc.). Zwar wurden auch individuelle Einzelinformationen (z.B. Konfliktpotentiale / Ansprechpartner etc.) recherchiert – doch liegen diese Informationen nur sehr vereinzelt, mit geringer Aktualität und in sehr unterschiedlicher Qualität vor. Für die Recherche der ausführlichen Steckbriefe bietet die Datenbank der Naturstiftung David allerdings ein wichtiges Fundament.
Darüber hinaus liegen viele Informationen zu den einzelnen Flächen bei den Naturschutzorganisationen vor Ort vor. In vielen Fällen haben Vor-Ort-Gruppen von NABU und BUND bereits viele Informationen zu den einzelnen Flächen gesammelt. Diese Daten werden in die Steckbriefe mit einfließen.

Bisherige Eigentümerin der Flächen ist die Bundeswehr und die Bundesagentur für Immobilienaufgaben (BImA).

Projektbericht

Den Projektbericht finden Sie HIER [791 KB] als PDF-Datei

Förderung

DBU

Das Projekt wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Pressemitteilung zum Projekt

Bonn: Naturschutzorganisationen fordern CDU/CSU und FDP, auf die Sicherung des „Nationalen Naturerbes“ fortzusetzen

(Bonner Presseblog) Bonn/Berlin: DNR-Präsident Hubert Weinzierl: „Die Sicherung des Nationalen Naturerbes, dem Tafelsilber der Deutschen Einheit, muss von der neuen Bundesregierung im 20. Jahr des Mauerfalls weiter vorangetrieben werden. “

DNR-Vizepräsident Leif Miller: „Das ehemalige Bombodrom in Brandenburg und weitere 25.000 Hektar national bedeutsamer Naturschutzflächen müssen dauerhaft für den Naturschutz gesichert werden.“

Anlässlich der gestern begonnenen Detailverhandlungen zum Koalitionsvertrag ...

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