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DNR Deutschland-Rundbrief Ausgabe 08/09.07

Wasser

Wassersparen ist kein Unsinn

- Für einen sparsamen Umgang mit der Ressource Trinkwasser auch bei uns -

Die weltweite Versorgung der Menschen mit sauberem Trinkwasser wird in Zukunft immer schwieriger werden. Dies ist eines der Ergebnisse der am 18. August beendeten Welt-Wasserwoche in Stockholm. Bei uns in Deutschland werden dank der in den Haushalten durchgeführten Wassersparmaßnahmen im Durchschnitt nur noch 126 Liter pro Person und Tag im Privathaushalt verbraucht. Doch von Seiten der Wasserversorger werden diese Maßnahmen seit einiger Zeit stark in Frage gestellt und als ökonomischer Unsinn bezeichnet.

Diese Debatte über das Wassersparen verunsichert viele Menschen in ihrem ökologischen Handeln. Was gestern noch sinnvoll war, soll heute Unsinn sein! Dabei hat sich gar nichts geändert. In Deutschland hat das Grundwasser den größten Anteil (65 %) an der Trinkwassergewinnung. Es ist ökologisch und gesundheitlich wichtig, dass mit diesem zum Teil noch sauberen Wasservorräten weiterhin sparsam umgegangen wird. Es ist nur eine neue ökonomische Betrachtungsweise der Wasserwirtschaft hinzugekommen.

Die Bürger sind nicht zuständig für die Planungsfehler der Leitungsbetreiber

Die Abwasserentsorger haben im Hinblick auf einen hohen Wasserdurchsatz in den privaten Haushalten überdimensionierte Rohrleitungen verlegen lassen. Fließt jetzt zu wenig Wasser, dann lagern sich die Fäkalien in den Rohren ab, faulen vor sich hin und die entstehenden Säuren zerstören die Rohrleitungen. Die Leitungen müssen nun auf Kosten der Anlagenbetreiber regelmäßig gespült werden. Deshalb sollen die Haushalte wieder mehr Wasser verbrauchen. Doch während jeder dafür verantwortlich ist, dass mit den Ressourcen auf der Erde sparsam umgegangen wird, ist nach Auffassung des BBU die Bevölkerung nicht dafür zuständig, die Planungsfehler der Leitungsbetreiber zu korrigieren und deshalb unseren den sparsamen Umgang mit Wasser in Frage zu stellen.

Viele Grundwasserschichten sind stark mit Nitraten belastet

In Deutschland leidet bisher niemand an Wassermangel, aber vielerorts fehlt sauberes Grundwasser für die Trinkwasserversorgung. Viele Grundwasserschichten sind so stark mit Nitraten belastet, dass viele kleine Wasserwerke schließen mussten - zu groß wurden die Probleme eine sichere Versorgung mit sauberem Trinkwasser zu garantieren. Große Wasserwerke konnten auf immer tiefere Grundwasserleiter ausweichen, Wasser verschiedener Brunnen mischen, Wasser aus weit entfernten Gebieten herantransportieren oder das belastete Grundwasser teuer aufbereiten. Je sauberer das Grundwasser ist, umso kostengünstiger kann es als Leitungswasser angeboten werden. "Unsere durchgeführten Grundwasseruntersuchungen ergaben in vielen Regionen hohe Belastungen in oberflächennahen Grundwasserleitern", sagt Susanne Bareiß, Gewässerschutzexpertin vom Verein zum Schutze des Rheins und seiner Nebenflüsse (VSR). "Auch die zahlreichen Schließungen von Brunnen der Wasserwerke belegen den kritischen Zustand."

In die Leitungssysteme eingespeistes Grundwasser geht der Region verloren

Das durch die Wasserwerke in die Leitungssysteme eingespeiste Grundwasser geht dem lokalen Raum verloren. Das in den Haushalten genutzte Wasser wird hauptsächlich durch die Abwasserrohre abtransportiert und nach Klärung den Flüssen zugeleitet. Es entgeht den regionalen Grundwasservorräten. Zum Glück verwenden immer mehr Menschen Regen- und Brunnenwasser im Haus und Garten. Somit werden die Trinkwasservorräte geschont. Wenn Regenwasser versickert, um anschließend gereinigt als Brunnenwasser wieder benutzt zu werden, trägt das genauso zum Wassersparen bei wie die direkte Regenwassernutzung.

Gerade bei der Bewässerung im Garten, wie auch in der Landwirtschaft, sind Verfahren sinnvoll, die möglichst wenig Wasser verdunsten lassen, damit es entweder von der Pflanze aufgenommen wird oder wieder versickernd dem Grundwasser zu Gute kommt. Die aktuell verwendete "Sprengermethode" erfüllt diese Anforderung nicht. Es ist daher notwendig andere Wasser sparende Techniken für die Bewässerung zu entwickeln, die kostengünstig produziert werden können. Diese können dann auch in den Ländern, die unter Wassermangel leiden, eingesetzt werden. Insbesondere Kleinbauernfamilien kann durch eine effiziente und günstige Möglichkeit der Bewässerung geholfen werden, bei der Regenwasser aufgefangen wird und dann mit möglichst wenig Verdunstung den Pflanzen zukommt.

Harald Gülzow


Dipl.-Phys. Harald Gülzow ist Mitglied im Vorstand des Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und dort zuständig für den Gewässerschutz.


Weitere Informationen:

Harald Gülzow, Egmondstr. 5, 47608 Geldern
Tel. 02831-980281, Fax -976526
mobil 0170-3856076
eMail: guelzow@bbu-bonn.de
www.vsr-gewaesserschutz.de

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