Naturschutz & Biodiversität

Viel zu tun im EU-Bodenschutz

c. pixabay

Im nächsten Jahr will die EU-Kommission ihre thematische Strategie zum Bodenschutz aktualisieren. Das ist auch dringend nötig, um den Schutz dieses Umweltmediums zu verbessern. Das zeigen Pläne in der EU-Biodiversitätsstrategie, Daten zu Bodenerosion und die Forderungen der Kommission Bodenschutz beim Umweltbundesamt. Im August findet die EUrosoil 2020 in Genf statt.

Laut den Plänen der EU-Kommission im Rahmen der im Mai veröffentlichten EU-Biodiversitätsstrategie 2030 (EU-News 20.05.2020) sollen die Anstrengungen zum Schutz der Bodenfruchtbarkeit, zur Verringerung der Bodenerosion und zur Erhöhung der organischen Substanz des Bodens verstärkt werden.  2021 will die EU-Kommission ihre thematische Strategie für den Bodenschutz der EU aktualisieren. Auch ein Null-Schadstoff-Aktionsplan für Luft, Wasser und Boden ist für 2021 geplant. Die Bodenversiegelung und die Sanierung kontaminierter Brachflächen sollen in der künftigen Strategie für eine nachhaltige bauliche Umwelt behandelt werden. Alles Strategien dürften bereits in Arbeit sein.

Die Bodenerosion ist eine der acht identifizierten Bedrohungen in der bereits existierenden thematischen Strategie zum Bodenschutz der EU. Das Europäische Bodendatenzentrum (European Soil Data Centre - ESDAC) hatte im Frühjahr eine Studie für einen Bodenerosionsindikator zur Unterstützung der Agrar-, Umwelt- und Klimapolitik in der Europäischen Union veröffentlicht. Die Modellierungsergebnisse für Bodenverlust durch Wassererosion das Jahr 2016 zeigten, dass etwa 25 Prozent der EU-Flächen Erosionsraten aufweisen, die über dem empfohlenen nachhaltigen Schwellenwert (2 Tonnen Verlust pro Hektar pro Jahr) liegen. Mehr als 6 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen litten unter starker Erosion (11 Tonnen Verlust pro Hektar pro Jahr). Dies lege nahe, dass bessere Maßnahmen zur Bodenerhaltung erforderlich sind, um die Bodenerosion in der gesamten EU zu mildern. Auf regionaler und nationaler Ebene seien jedoch gezielte Maßnahmen zu empfehlen, da die Bodenerosionstrends in den einzelnen Ländern unterschiedlich seien und die Schutzpraktiken heterogen angewendet würden. Die geschätzte langfristige durchschnittliche Erosionsrate verringerte sich zwischen 2010 und 2016 laut ESDAC-Studie um 0,4 Prozent.

Das Umweltbundesamt (UBA) hat im Juli die Ergebnisse einer Konferenz zu Boden und Biodiversität veröffentlicht, an der neben Behörden und der Wissenschaft auch der Bundesverband Boden, der BUND, der WWF und die Zukunftsstiftung Landwirtschaft teilgenommen hatten. Diese sind Teil der Kommission Bodenschutz beim UBA. Explizit sind dabei Forderungen an die Politik formuliert worden, und zwar auf nationaler wie europäischer Ebene. Für den Schutz der Böden müsse es "geeignete Rahmenbedingungen innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU" geben. Hierzu gehörten unter anderem eine standortangepasste Bodenbewirtschaftung, ein Verbot des Grundlandumbruchs, die Rückumwandlung von Acker- in Dauergrünland, ökologische Vorrangflächen, die gezielte Förderung von Ökolandbau, eine Abkehr der flächenabhängigen finanziellen Förderung sowie die bodenbiologische Erfassung eines guten ökologischen Bodenzustands. "Der Bodenschutz muss auch Ziel der EU-Agrarpolitik in der neuen Förderperiode, sowie des New Green Deals und der Farm-to-Fork-Strategie sein", heißt es in der Position der Kommission Bodenschutz im UBA.

Die ursprünglich in diesem Jahr stattfindende Konferenz "Eurosoil 2020 - Connecting people and soil" wurde auf August 2021 verschoben. Dann lädt die Europäische Konföderation bodenwissenschaftlicher Gesellschaften nach Genf in die Schweiz ein. Es wird um Bodendegradation und die Konsequenzen des Klimawandels gehen. [jg]

ESDAC-Seite im Netz

ESDAC-Publikation: A Soil Erosion Indicator for Supporting Agricultural, Environmental and Climate Policies in the European Union

Position der UBA-Kommission Bodenschutz

Konferenz: Eurosoil 2020

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Überblicksseite der Europäischen Umweltagentur EEA zu Böden

Bundesverband Boden