Gemeinsamer Verbändebrief

Covid-19: Verbände fordern Importverbot für Wildtiere

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Ein Bündnis aus zwölf Tier- und Artenschutzverbänden hat sich an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gewandt, um ein Importverbot für Wildtiere einzufordern. Sie weisen darauf hin, dass die durch SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenerkrankung mutmaßlich auf den Handel und dem damit verbundenen engen Kontakt mit bzw. dem Verzehr von Wildtieren zurückzuführen ist. Die Verbände fordern daher gemeinsam ein umfassendes und sofortiges Einfuhrverbot für lebende Wildtiere, das nur in speziellen Bereichen Ausnahmen ermöglicht.

Deutschland ist seit vielen Jahren eines der Schlüsselländer im Handel mit Wildtieren, die jedes Jahr zu Hunderttausenden aus aller Welt für den europäischen Heimtiermarkt importiert werden. Darunter sind auch frisch importierte Wildfänge aus Asien, Afrika und Südamerika, die aufgrund der i.d.R. tierschutzwidrigen Fang- und Handelsbedingungen besonders anfällig für Infektionen sind und daher als Überträger von Zoonosen ein großes Risiko darstellen. Einfuhr und Verkauf dieser Tiere sind bislang weitgehend unreguliert.

Schon lange warnen Wissenschaftler*innen vor der Gefahr, die der Wildtierhandel im Hinblick auf Zoonosen darstellt. Wobei ausdrücklich darauf hinzuweisen ist, dass nicht die Wildtiere an sich das Problem darstellen. Erst der erzwungene nahe Kontakt mit dem Menschen führt zu Übertragungsmöglichkeiten und den sich daraus ergebenden Folgen. Die Anzahl neu auftretender Infektionskrankheiten ist stark gestiegen – und 75 Prozent dieser Krankheiten haben einen tierischen Ursprung. Angesichts der aktuellen Entwicklung dürfen diese immer wieder auftretenden Ereignisse nicht länger ignoriert werden. Beispiele für Viren, die tödliche Erkrankungen erzeugen und die in den vergangenen Jahren von Tieren auf Menschen übertragen wurden, sind SARS, MERS, Ebola, HIV, Bornaviren, Affenpocken und die Vogelgrippe.

Die folgenden Organisationen haben den Brief unterzeichnet: Deutscher Naturschutzring, Aktionsgemeinschaft Artenschutz, animal public, Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt), Bundesverband Tierschutz (BVT), Deutscher Tierschutzbund, Future for Elephants, IFAW Deutschland, PETA Deutschland, PROVIEH, Pro Wildlife und VIER PFOTEN Deutschland.