Pressemitteilung

DNR begrüßt Wildnisfonds für Deutschland

Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) begrüßt den heute vom Bundesumweltministerium vorgestellten Wildnisfonds als einen wichtigen Schritt für mehr Naturschutz in Deutschland. Das mit jährlich 10 Millionen Euro ausgestattete Förderprogramm soll es insbesondere Naturschutzorganisationen und Stiftungen ermöglichen, Flächen oder deren Nutzungsrechte zu kaufen, die sich für eine Wildnisentwicklung eignen.

Die Bundesregierung hatte im Jahr 2007 beschlossen, dass sich auf mindestens zwei Prozent der Landesfläche die Natur auf größerer Fläche wieder ohne das Zutun des Menschen entwickeln soll. Hierzu tragen unter anderem auch die Flächen des „Nationalen Naturerbes“ bei. Dabei handelt es sich um naturschutzfachlich wertvolle Flächen des Bundes, die dauerhaft dem Naturschutz gewidmet werden. Obwohl der Bund hier vorbildhaft vorangeht, existieren größere Wildnisgebiete bis heute nur auf etwas mehr als einem halben Prozent der deutschen Landesfläche. Der DNR hatte deshalb neben der Widmung weiterer Bundesflächen als „Nationales Naturerbe“ zusätzlich auch einen Fonds für die Sicherung von Wildnisgebieten gefordert.

„Der Wildnisfonds ist ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Wildnis in Deutschland. Gerade in Zeiten des Klimawandels sind ungestörte, natürliche Entwicklungsprozesse in unseren Ökosystemen von besonders großer Bedeutung. Für ein effizientes Gesamtkonzept müssen nun aber auch möglichst schnell weitere 30.000 Hektar Bundesfläche als Nationales Naturerbe gesichert werden.“

DNR-Vizepräsident Leif Miller

Miller verweist auf den Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD in dem genau diese Ziele verankert sind. Ein Teil dieser Flächen soll sich zu Wildnisgebieten entwickeln. „Wildnisfonds und Nationales Naturerbe ergänzen sich hervorragend und werden wesentlich dazu beitragen, dass Deutschland seinem selbst gesteckten Wildnisziel in den nächsten Jahren deutlich näherkommen wird“, so Leif Miller. Der DNR-Vizepräsident verweist außerdem darauf, dass die derzeitige Ausstattung des Wildnisfonds mit jährlich 10 Millionen Euro nur ein Anfang sein könne und die Mittel – je nach Nachfrage und Bedarf – in den kommenden Jahren deutlich aufgestockt werden müssten.

Hintergrund
Der DNR begleitet den Prozess zum Nationalen Naturerbe und zur Wildnisentwicklung in Deutschland seit vielen Jahren. In der „DNR-Strategiegruppe Naturschutzflächen“ arbeiten nahezu alle namenhaften Naturschutzverbände und Naturschutzstiftungen zusammen. Sie werden von der Initiative „Wildnis in Deutschland“ beraten. In der Initiative haben sich 18 Umweltstiftungen und Verbände zusammengeschlossen, die sich gemeinsam für mehr Wildnis in Deutschland einsetzen.

Das „Nationale Naturerbe“ ist eine Initiative der Bundesregierung. Naturschutzfachlich wertvolle Bundesflächen werden nicht privatisiert, sondern dauerhaft dem Naturschutz gewidmet. Die Gebiete verbleiben im Bundeseigentum oder werden an die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Bundesländer oder Naturschutzorganisationen mit der Zweckbindung „Naturschutz“ übertragen. Bisher konnten so bundesweit insgesamt 156.000 Hektar in drei Tranchen für den Naturschutz gesichert werden. Hierbei handelt sich um Wald- und Offenlandflächen. Insbesondere die rund 90.000 Hektar Waldflächen im Nationalen Naturerbe werden kurz-, mittel- und langfristig zu Wildnisflächen entwickelt. Im Koalitionsvertrag vom März 2018 ist vereinbart, dass weitere 30.000 Hektar Bundesflächen als „Nationales Naturerbe“ gesichert werden sollen.
 

Kontakt:
Initiative „Wildnis in Deutschland“
Adrian Johst
Naturstiftung David I Geschäftsführer
Trommdorffstr. 5, 99084 Erfurt
Tel. +49 (0)179-5110449, E-Mail: adrian.johst@naturstiftung-david.de
www.wildnis-in-deutschland.de