Pressemitteilung

DNR-Mitgliedschaft fordert grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik

Präsident Niebert: „Erhalt von Biodiversität und Bauernhöfen geht nur durch zukunftsfähige und naturverträgliche Landwirtschaft“

Berlin – Die im Deutschen Naturschutzring (DNR) organisierten Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbände haben sich heute einstimmig für eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik ausgesprochen, die sowohl für den Schutz der Biodiversität als auch für den Erhalt von Bauernhöfen steht.

„Die Bundesregierung hat es in der Hand, jetzt für eine zukunftsfähige und naturverträgliche Landwirtschaft in Europa zu sorgen. Mit Steuergeldern, die konsequent an konkrete gesellschaftliche Leistungen gekoppelt werden. Das ist fair für Landwirtinnen und Landwirte sowie für Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – und baut Brücken, anstatt Gräben zu vertiefen“.

DNR-Präsident Kai Niebert

Zum Auftakt der Versammlung hatte DNR-Präsident Kai Niebert auf die zunehmenden Herausforderungen in Politik und Gesellschaft bei den Themen Klima- und Naturschutz hingewiesen. „Die Gesellschaft will mehr, die Wirtschaft kann mehr, die Natur braucht mehr“, so Niebert, und an die Politik gewandt „Haben Sie Mut, zu regieren. Haben Sie Mut, ordnungspolitische Leitplanken zu setzen!“

Im Anschluss lobte Bundesumweltministerin Svenja Schulze in ihrer Rede die Arbeit der Umweltverbände. Sie hätten in den vergangenen Jahrzehnten die Grundlage geschaffen, die den heutigen gesellschaftlichen und politischen Diskurs im Bereich Klima-, Umwelt- und Naturschutz ermöglicht. Nicht zuletzt sei es notwendig, die stärker werdende Polarisierung in der Gesellschaft durch den Dialog zu durchbrechen. Nur so könne Veränderung gestaltet werden. Der DNR sei dabei ein wichtiger Brückenbauer. In der anschließenden Diskussion stellte sich die Ministerin den Fragen einiger Mitgliedsverbände, die aktuelle Themen wie Kohleausstieg, Gemeinnützigkeit, Agrarpolitik und Bauernproteste sowie Energiewende und Naturschutz aufgriffen. Die Chancen für echte Reformen in der Politik zu nutzen und beim Einsatz für einen erfolgreichen Natur- und Umweltschutz nicht locker zu lassen, sei eine der wichtigsten Aufgaben.

Neu in den DNR aufgenommen wurden die Aurelia Stiftung, Bodensee Stiftung, Client Earth e.V., Future for Elephants e.V., Natureplus e.V., ProVeg e.V., PROVIEH e. V., Umweltinstitut München e.V. und die Zukunftsstiftung Landwirtschaft. Damit vertritt der DNR nunmehr 97 Mitgliedsorganisationen.

Im Anschluss rief der DNR seine Mitgliedschaft auf, gemeinsam an der Klimademonstration von Fridays For Future teilzunehmen.

Die Resolution „Für Biodiversität und Bauernhöfe: Die Zeit, den Umbau der Agrarpolitik anzugehen, ist jetzt!“ finden Sie hier.