Pressestatement | 05.08.2020

Anlässlich des heute bekannt gewordenen Gesetzesentwurf zum Schutz der Insektenvielfalt

Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring kommentiert:

Berlin - "Wir begrüßen es ausdrücklich, dass Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit ihrem Gesetzentwurf Vorschläge zum besseren Insektenschutz wie die Eindämmung der Lichtverschmutzung oder die Einhaltung von Mindestabständen für Pestizide vorlegt. Entscheidend für eine echte Trendwende beim Insektensterben ist allerdings, dass auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner endlich ihre Hausaufgaben macht und konkrete Maßnahmen zur Minderung der Pestizidanwendung vorlegt.


Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz hat sich die Bundesregierung vor über einem Jahr verpflichtet, die Anwendung insektenschädlicher Pestizide in Schutzgebieten zu verbieten und den Glyphosat-Einsatz bis 2023 komplett zu beenden. Passiert ist seither nichts – außer der Ankündigung von Ministerin Klöckner, die vereinbarten Maßnahmen mit der Landwirtschaft zu diskutieren. Diese Verzögerungstaktik verkennt die Dramatik und das Ausmaß des Artenverlusts in unserer Kulturlandschaft und widerspricht den Vereinbarungen zum Insektenschutz im Koalitionsvertrag der Bundesregierung.

Wir fordern daher, dass Ministerin Klöckner nun baldmöglichst ihrer Verantwortung nachkommt und die notwendige Reform der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung vorlegt. Nur durch wirksame gesetzliche Regeln zur Pestizidreduktion sind echte Fortschritte beim Insektenschutz in unseren Agrarlandschaften zu erwarten.“