Pressestatement

Pressestatement: Bericht des Weltbiodiversitätrates

Berlin – Heute wird der Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) veröffentlicht, der sich mit dem aktuellsten Forschungsstand über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt befasst. Die Ergebnisse im Bericht zeigen: Die Menschheit verbraucht Ressourcen in einer Schnelligkeit, die weit über die Fähigkeit des Planeten zur Selbsterneuerung hinausgeht. Das Artensterben ist längst nicht mehr nur ein ökologisches Problem. Zunehmend werden ganze Ökosysteme instabil und damit die Grundlage für Nahrung, sauberes Wasser und frische Luft. Es kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):

„Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates zeigt: Der Umgang mit der Natur wird die soziale Frage des 21. Jahrhunderts werden. Schon heute kostet der Verlust von Weideland, Bäumen und Feuchtgebieten rund zehn Prozent des Weltwirtschaftsprodukts. Wir werden uns entscheiden müssen: Entweder wir steuern heute in der Landnutzungspolitik um oder wir müssen morgen mit Millionen Flüchtlingen vor den Toren Europas umgehen. Tatsache ist, dass sich die ökologischen Kosten immer noch nicht im Preis der Lebensmittel widerspiegeln. Solange wir eine Agrarindustrie aus Steuermitteln subventionieren, damit sie billiges Schweinefleisch nach China exportieren kann, werden Mensch und Natur weiter leiden.” 

DNR-Präsident Prof. Dr. Kai Niebert

Dabei wäre ein Umsteuern durchaus machbar. Der DNR fordert deshalb mit seinen Mitgliedsorganisationen eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik. Es muss das Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ gelten. Anstelle von pauschalen Flächenprämien, von denen die Agrarindustrie profitiert, müssen ökologische Mindeststandards festgelegt und echte Umweltleistungen finanziert werden.