Pressestatement

Zu den heutigen Bauernprotesten kommentiert DNR-Präsident Kai Niebert

„Die heutigen Proteste zeigen: Die Landwirtschaft steckt in einer tiefen Krise. Doch weder das Aktionsprogramm Insektenschutz, noch die Auflagen zum Schutz unseres Grundwassers haben die Landwirte in diese Krise gebracht, sondern eine Agrarpolitik, die seit Jahrzehnten auf maximale Intensivierung und Exportorientierung setzt.

Die Fortsetzung einer solchen Politik kann daher keine Option sein. Sie treibt Landwirte in einen ruinösen Wettbewerb, in dem die Wertschätzung ihrer Arbeit und für Lebensmittel auf der Strecke geblieben ist. Und sie ist mitverantwortlich für die tiefe Biodiversitäts- und Klimakrise. Ein Fakt, der weder geleugnet, noch kleingeredet werden kann.

Wir brauchen daher eine Politik, die das Höfe- und Artensterben aufhält. Das kann nicht gelingen, wenn die berechtigten Interessen von Bauern und Bürgern gegeneinander ausgespielt werden. Ein Neustart in der Agrarpolitik ist überfällig. Die milliardenschweren Agrarsubventionen müssen endlich so eingesetzt werden, dass sie Landwirten und dem Klima-, Umwelt- und Tierschutz zugutekommen.

Wenn es also einen „Reset“ braucht, wie der Bauernverband fordert, dann nicht, um Umweltauflagen weiter zu schleifen, sondern um Landwirte zu unterstützen, diese besser zu erfüllen. Diese Diskussion kann nur im Dialog mit allen Akteuren gelingen. Die Natur- und Umweltschutzverbände stehen dafür bereit. Auf den Straßen, Höfen und in Diskussionsrunden. Das gilt auch für den Agrargipfel am 2. Dezember 2019 im Kanzleramt. Wenn das Ziel ist, einen gesamtgesellschaftlichen Konsens zu erreichen, gehören auch die Umweltverbände an den Tisch und nicht draußen vor die Tür. In einem gemeinsamen Brief mit den Umweltverbänden haben wir Bundeskanzlerin Merkel aufgefordert, beim Agrargipfel auch die Belange des Umwelt-, Natur-, Klima- und Tierschutzes angemessen zu berücksichtigen.“