Grundsatzprogramm

Bei dem prognostizierten Zuwachs der Weltbevölkerung auf 8,5 Milliarden Menschen bis 2025 müsste sich das Volumen der Weltwirtschaft nach Auffassung der UN verfünffachen, um Grundbedürfnisse und bescheidene Ansprüche aller Menschen zu erfüllen.

Dabei haben schon jetzt die Eingriffe in die Natur ein Ausmaß angenommen, das sogar die Selbstzerstörung der Menschheit denkbar macht. Da gleichzeitig die Armut weiter zunimmt (über einem Viertel der Weltbevölkerung stehen pro Tag in Kaufkraftparität weniger als ein US-Dollar zur Verfügung), verschärfen sich die Konflikte zwischen Armutsbekämpfung und Naturzerstörung. Die Umverteilung von Süd nach Nord schreitet voran.

Die Ergebnisse der Rio-Konferenz müssen daher nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings rasch realisiert werden. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist auf alle umweltrelevanten Lebensbereiche auszudehnen und an der Schöpfungsverantwortung zu orientieren.

Der Deutsche Naturschutzring tritt ein für:

  • eine Reform der Weltwirtschaft unter ökologischen Vorzeichen
  • die globale Verankerung ökologischer Ziele in wirtschaftlichen Entscheidungen und für eine an Nachhaltigkeitskriterien orientierte Weiterentwicklung des wissenschaftlich-technischen Fortschritts
  • eine ökologische Kontrolle multilateraler Investitionsabkommen
  • die Schaffung eines UN-Rates für nachhaltige Entwicklung
  • die Schaffung von Institutionen des globalen ökologischen Wissens- und Informationstransfers
  • die Ausweitung von Abkommen zur Verringerung von schädlichen Emissionen und sonstigen Umweltbelastungen
  • einen globalen Ausstieg aus der Atomkraftnutzung
  • die Schaffung eines weltweiten Netzes zum Schutz des Naturerbes (biologische Vielfalt) sowie die weltweite Ökologisierung der Landnutzungssysteme (Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft)