Chemie & Nanotechnologie

UN-Quecksilberverhandlungen einen Schritt weiter

05.11.2011

Bis 2013 soll es einen weltweiten Vertrag über den sicheren Gebrauch beziehungsweise ein Verbot von Quecksilber geben. VertreterInnen von 120 Regierungen und mehrere Hundert NichtregierungsvertreterInnen hatten sich vom 31. Oktober bis 4. November in Nairobi, Kenia, getroffen.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) arbeitet an einem global verbindlichen Vertrag, der in zwei Jahren abgeschlossen sein soll. Im UNEP-Hauptquartier fand in den vergangenen Tagen die dritte internationale zwischenstaatliche Regierungskonferenz zu Quecksilber (INC3) statt. Zwei weitere sollen noch folgen. Umweltverbände wie Zero Mercury forderten im Vorfeld, dass von den möglichen Optionen, die zur Quecksilberreduktion auf dem Verhandlungstisch liegen, endlich die schwächsten aussortiert werden sollten. Vor allem müssten für einen "starken Vertrag" verbindlichen Ziele zum Verbot von Quecksilber beschlossen werden.

Die RegierungsvertreterInnen konnten sich während der INC3 auf einen Rahmenentwurf zur Lagerung und zum Abfallmanagement von quecksilberhaltigem Müll einigen. Strittig ist nach wie vor die Verbindlichkeit von bestimmten Maßnahmen. Einige Regierungen wollen, dass Verbote freiwillig bleiben sollen. Das ist besonders beim Goldabbau im kleinsten Maßstab eine entscheidende Frage. Unter anderem in Afrika und Lateinamerika nutzen viele Goldarbeiter Quecksilber und gefährden damit nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Umwelt. Rund 1.300 Tonnen sollen nach UNEP-Schätzungen allein im Jahr 2011 im Kleinbergbau eingesetzt werden. Dabei gibt es inzwischen längst Alternativen, für die jedoch Investoren fehlen. In rund 70 Ländern wird Kleinbergbau mit Quecksilber betrieben, etwa 10-15 Millionen Menschen verdienen damit ihr Geld, darunter viele Kinder.

Auch die Verbrennung fossiler Energien setzt Schwermetalle frei, beispielsweise stoßen Kohlekraftwerke Quecksilberemissionen aus. Quecksilber ist aus Konservierungszwecken sogar in Impfstoffen enthalten, weshalb einige Wissenschaftler vor einem Totalverbot warnen. Das giftige Schwermetall ist laut Weltgesundheitsorganisation eine der weltweit zehn schädlichsten Substanzen für die menschliche Gesundheit. Es ist hochgiftig, schädigt das zentrale Nervensystem und lagert sich in der Nahrungskette an. Deshalb können Raubfische beispielsweise große Mengen des Schwermetalls enthalten.

Zu den wichtigsten Zielen bei den INC-Verhandlungen gehören:

 

  • Reduzierung des Angebotes und der Nachfrage von Quecksilber auf dem Weltmarkt
  • Ausbau sicherer Lagerkapazitäten für Quecksilber, Abfallmanagement von quecksilberhaltigem Müll, Sanierung von Altlasten
  • Reduktion von Quecksilberemissionen in die Atmosphäre
  • Gegenseitige technische und finanzielle Unterstützung (jg)

UNEP Pressemitteilung (englisch)

INC3-Seite von UNEP

www.zeromercury.org