Naturschutz & Biodiversität

Handlungsbedarf beim Bodenschutz

06.12.2012

Bodenschutz muss stärker in nationaler und europäischer Gesetzgebung verankert werden. Das fordert eine Vielzahl von Organisationen anlässlich des Weltbodentages am Dienstag.

Böden stellen Rohstoffe und Nahrung bereit, speichern Wasser und Treibhausgase und dienen vielen Arten als Lebensraum. Auf die Wichtigkeit intakter Böden sollte durch den Weltbodentag hingewiesen werden. Bodenschutz ist im Vergleich zum Schutz des Wassers oder der Luft noch recht unpopulär. Insbesondere durch Altlasten, Siedlungsausbau und der Ausbreitung von Wüsten sind jedoch Böden gefährdet.

In der EU wird seit 2006 über eine Bodenschutzrichtlinie verhandelt. Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europäischen Parlament fordert mehr Bodenschutz in der landwirtschaftlichen Praxis: „Mit einer ambitionierten Fruchtfolgeregelung beim „Greening“ und einem sinnvollen Einsatz von Eiweißpflanzen im Rahmen der Neuorientierung der GAP wäre schon viel erreicht zur Begrenzung von Erosion sowie für den Erhalt und die Vermehrung der organischen Substanz in Böden.“ Hartmut Vogtmann, Präsident des deutschen Naturschutzrings (DNR), betonte die Rolle Deutschlands im europäischen Bodenschutz: „In vielen EU-Mitgliedsstaaten gibt es bisher kaum wirksame Regelungen zum Schutz des Bodens. Deutschland muss daher seine Blockade der seit 2006 geplanten EU-Bodenrahmenrichtlinie aufgeben“.
Die Kommission macht im Entwurf des 7. Umweltaktionsprogramms (UAP), der am 29. November erschienen ist, einen neuen Anlauf für eine Bodenschutzrichtlinie . In dem Programm heißt es, die EU solle "Bodenqualität innerhalb eines rechtlich verbindlichen Rahmens angehen". Außerdem schlägt die Kommission vor, Ziele für nachhaltige Landnutzung und Böden zu entwickeln. (Siehe auch EU-News zum 7. UAP)

Durch die Aktion "Save Our Soils“ (Rettet unsere Böden) des Unternehmens Nature & More soll Bodenschutz auch ein Thema im europäischen Einzelhandel werden. Das Unternehmen ist Teil des globalen Bodenschutznetzwerks der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Die Aktion läd VerbraucherInnen ein, verstärkt Bioprodukte zu kaufen und selbst in öffentlichen Parks und Brachflächen Lebensmittel anzubauen. Bis Dezember 2017, dem Internationalen Jahr des Bodens, wollen die InitiatorInnen der Aktion Biolandbau als Alternative zu umweltschädlicher konventioneller Landwirtschaft hervorheben. [ej]

Thematische Strategie für den Bodenschutz der EU

Stellungnahme Häusling

Pressemitteilung des DNR

www.saveoursoils.com