Klima & Energie

Europäische Stromkonzerne kündigen Kohleausstieg an

13.04.2017

Eurelectric, der Verband der europäischen Stromerzeuger, hat angekündigt, ab 2020 nicht mehr in den Neubau von Kohlekraftwerken zu investieren. Das entspricht dem weltweiten Trend, wonach immer weniger Kohlekraftwerke ans Netz gehen. Trotzdem geschieht der Ausstieg viel zu langsam und es gibt auch einige Negativbeispiele.

Eurelectric vertritt 3.500 Stromkonzerne aus ganz Europa. Die Ankündigung des Verbandes bedeutet, dass in den meisten europäischen Ländern nach 2020 keine neuen Kohlekraftwerke mehr ans Netz gehen sollten. Ausnahme bilden Griechenland und Polen, deren Eurelectric-Mitglieder diese Selbstverpflichtung nicht unterzeichnet haben. Daneben sind auch in den EU-Ländern Deutschland, Tschechien, Schottland und Bulgarien Kohlekraftwerke im Bau bzw. in Planung. Außerhalb der EU sind die Ukraine und besonders die Türkei Negativbeispiele: Im Land am Bosporus sind aktuell ganze 80 Kohlekraftwerke in Bau bzw. Planung.

Positiv ist hingegen die Entwicklung in anderen Erdteilen zu sehen. Während Indien keine neuen Kohlkraftwerke bauen will, wird in China der Bau neuer Kraftwerke gestoppt. In den USA ändert auch die Politik von Donald Trump nichts an den Plänen der Stromkonzerne, die einen – wenn auch zu langsamen – Ausstieg aus dem dreckigsten Energieträger planen.

Trotz positiver Schritte erfolgt der Kohleausstieg aktuell zu langsam. Um das Paris-Abkommen einzuhalten müssten laut dem Forschungsinstitut Climate Analytics aus Berlin die letzten Kohlekraftwerke 2030 stillgelegt werden. [UWD]

Originaltext

Climate Analytics Bericht (engl.)