Landwirtschaft & Gentechnik

Weniger Pestizide in der EU gefordert

12.10.2017

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union müssen die Verwendung von giftigen Pflanzenschutzmittel so weit wie möglich begrenzen. Am Dienstag verabschiedete die EU-Kommission einen entsprechenden Bericht zur Umsetzung der Richtlinie zum nachhaltigen Pestizideinsatz.

In der Bilanz über die Maßnahmen der Mitgliedstaaten kommt die Kommission zum Schluss, dass die Umsetzung der Richtlinie ungenügend sei. Die Verbesserungen in den Ländern reichten nicht aus, um die mit der Richtlinie verfolgten Ziele für Umwelt und Gesundheit zu erfüllen.

Viele Menschen seien besorgt wegen der Rückstände von Pestiziden im Essen und in der Natur, sagte EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Deshalb würde die Kommission darauf achten, dass die Richtlinie zum nachhaltigen Einsatz von Pestiziden künftig besser eingehalten wird.

Die EU-Länder hatten bis 2012 nationale Aktionspläne vorlegen müssen, die jetzt überprüft wurden. Dabei stellte die Kommission unter anderem fest, dass alternative Methoden der
Schädlingsbekämpfung zu wenig genutzt würden.

Deutschland erhielt ein Lob: hier habe man sich konkrete Ziele zur Minderung von Risiken durch Pflanzenschutzmittel gesetzt. Außerdem hielt sich die Bundesrepublik an die Vorgabe, nur noch in Ausnahmefällen zu erlauben, dass das Gift aus der Luft versprüht wird. Die Flächen, auf denen in Deutschland die schädlichen Substanzen gespritzt wurden, schrumpften von 17.901 Hektar im Jahr 2012 auf 3.889 Hektar im Jahr 2015. [mbu]

Bericht zur Umsetzung der Richtlinie

Leitfaden zum Monitoring und zur Erfassung der Auswirkungen des Pestizideinsatzes