Wasser & Meere

WWF warnt vor Erhöhung der Thunfischquoten

13.11.2017

Die Europäische Union und andere Fischereinationen der Internationalen Kommission für die Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) könnten in Kürze eine Quotenerhöhung für den Roten Thun beschließen. Davor warnt der WWF - ein rascher Anstieg der Fangquoten, die die vollständige Erholung der Thunfischpopulation beeinträchtigen würden

In ihrer Sitzung vom 14. bis 22. November in Marrakesch, Marokko, soll eine mögliche drastische Erhöhung der zulässigen Gesamtfangmenge von Rotem Thun im Atlantik und im Mittelmeer diskutiert werden. Der wissenschaftliche Ausschuss der ICCAT schlägt nach WWF-Angaben vor, die zulässige Gesamtfangmenge bis 2020 auf 36.000 Tonnen zu erhöhen, was mehr als das Doppelte der Quote von 2015 darstellt. Die gleichen Wissenschaftler warnten jedoch gleichzeitig davor, dass ein solches Fangniveau die Population von Rotem Thun in den kommenden Jahren möglicherweise verringern würde, kritisiert der WWF. Darüber hinaus schlage die Europäische Union vor, den Wiederauffüllungsplan fünf Jahre vor Ablauf der ursprünglichen Frist zu unterbrechen. 2007 wurde angenommen dieser angenommen und soll an sich erst im Jahr 2022 enden.

Der WWF empfiehlt bis 2020 eine Quote von 28.000 Tonnen, damit die Bestände weiter wachsen können, und fordert eine Fortsetzung des Wiederauffüllungsplans. Außerdem sollte es höhere Quoten für kleine Fischereien geben, die in den letzten zehn Jahren vom Zugang zur Ressource fast ausgeschlossen wurden, vorausgesetzt, dass die derzeitigen Überwachungs- und Kontrollstandards gewährleistet sind. Die Umweltschutzorganisation warnt auch vor den unbekannten Auswirkungen der illegalen nicht gemeldeten unregulierten Fischerei (IUU), die im Mittelmeer noch immer vorherrsche. [jg]

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WWF-Pressemitteilung