Abfall

Plastiktüten: Mitgliedstaaten tun zu wenig

05.07.2018

Bis Ende 2019 müssen die EU-Länder den Verbrauch von Plastiktüten reduzieren. Viele Regierungen bleiben mit ihren bisherigen Maßnahmen jedoch hinter den Erwartungen zurück, wie die Surfrider Foundation und Zero Waste Europe am Dienstag feststellten.

In ihrem Bericht über die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Reduzierung von Plastiktüten ziehen die Organisationen ein ernüchterndes Fazit: Anstatt Einweg-Plastiktüten rundheraus zu verbieten, haben sich die meisten Länder entweder für freiwillige Vereinbarungen mit den Einzelhändlern oder für eine Abgabe auf leichte Plastiktüten entschieden, die in einigen Ländern erst im nächsten Jahr in Kraft treten wird. In vielen Ländern sei zudem die Gebühr oft zu niedrig oder auf zu wenige Einzelhändler beschränkt, um den Wandel wirklich voranzutreiben. Auch mangelnde Kontrollen behindern die Umsetzung der Richtlinie. Bisher haben nur Frankreich, Italien und Rumänien ein Verbot von Einwegplastiktüten umgesetzt.

„Während die EU auf regionaler und internationaler Ebene ihre Rolle als Vorreiterin bei der Bekämpfung von Plastikverschmutzung stärken wolle und bereits Maßnahmen in dieser Richtung ergriffen habe, hindern die 28 EU-Mitgliedstaaten sie daran, dieses Thema umzusetzen“, kritisieren die Ersteller*innen des Berichts.

Die EU-Richtlinie trat 2015 in Kraft (siehe EU-Umweltnews vom 03.03.2015) und musste bis Ende November 2016 von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Das Gesetz sieht vor, dass bis Dezember 2019 jährlich höchstens 90 Tüten pro Kopf verbraucht werden, bis Ende 2025 muss der Verbrauch auf 40 Tüten sinken. [km]

Bericht Surfrider Foundation Europe und Zero Waste Europe