Chemie & Nanotechnologie

Datenlücken bei Chemikaliensicherheit

08.03.2018

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat in einem Bericht festgestellt, dass für viele Chemikalien im Rahmen des REACH-Registrierungsverfahrens nicht genug Informationen vorliegen, um die Substanzen umfassend zu bewerten.

Von 222 Registrierungen, die die Agentur im letzten Jahr überprüfte, musste sie in 151 Fällen weitere Informationen anfragen, weil wichtige Sicherheitsinformationen über die Chemikalien nicht vorlagen. Häufig fehlten Informationen in Bezug auf pränatale Entwicklungstoxizität, Mutagenität oder Gentoxizität, Fortpflanzungstoxizität und langfristige aquatische Toxizität, die für die Bewertung einer Chemikalie notwendig sind. Insgesamt sei ein Großteil der seit 2008 unter der REACH-Regulierung eingereichten Registrierungen nicht vollständig.

„Die Industrie muss ihre Dossiers aktualisieren und dabei neue Informationen in Bezug auf Tonnagen, Verwendungen, Belastung und Gefahrenhinweise berücksichtigen“, so ECHA-Direktor Bjorn Hansen.

Bereits im April hatte die Agentur davor gewarnt, dass potenziell gefährliche Chemikalien nicht identifiziert werden könnten, wenn Unternehmen keine ausreichenden Informationen über die Verwendung und möglichen Gefahren von Stoffen einreichen.

Mithilfe der vor zehn Jahren in Kraft getretenen EU-Chemikalienverordnung REACH sollen chemische Stoffe in der EU registriert, bewertet, zugelassen und beschränkt werden. Die EU-Kommission hatte vergangene Woche einen Bericht über die bisherigen Erfolge und Verbesserungsmöglichkeiten von REACH veröffentlicht (s. EU-Umweltnews vom 6.3.). [km]

 

Pressemitteilung ECHA

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