Chemie & Nanotechnologie

Langlebige Schadstoffe und Recycling: Jetzt wird verhandelt

29.11.2018

Im Gegensatz zum EU-Parlament wollen die Regierungen der EU-Länder bereits verbotene Flammschutzmittel in recycelten Produkten zulassen. Nächste Woche beginnen dazu die interinstitutionellen Verhandlungen.

Am Mittwoch veröffentlichte der Rat seine Position zur Überarbeitung der Verordnung über persistente organische Schadstoffe (POPs). Darin spricht er sich dafür aus, in recycelten Materialien DecaBDE-Flammschutzmittel in einer Konzentration von bis zu 500 Teilen pro Million (parts per million, ppm) zuzulassen. Außerdem sollen einige Branchen im Transportsektor und die Hersteller elektronischer Geräte den Schadstoff weiterhin herstellen und verwenden dürfen. Das widerspricht klar den Empfehlungen von Umwelt- und Gesundheitsverbänden. Diese warnen vor den schädlichen Auswirkungen der Giftstoffe und davor, sie durch Recycling im Stoffkreislauf zu halten. Die EU-Kommission und das Parlament unterstützen einen Grenzwert von 10 ppm (siehe EU-Umweltnews vom 20.11.), um sicherzustellen, dass Produkte aus recyceltem Material keine Gefahr für die Umwelt und menschliche Gesundheit darstellen.

Der Rat fordert außerdem, das Herstellungs- und Verwendungsverbot für kurzkettige Chlorparaffine aufzuheben, wenn diese weniger als 1 Prozent (in Stoffen) beziehungsweise 0,15 Prozent (in Artikeln) der Masse ausmachen.

Die Trilogverhandlungen zur Überarbeitung der Verordnung, die im März von der EU-Kommission vorgeschlagen wurde, sollen am kommenden Dienstag beginnen. [km]

Pressemitteilung des Ministerrats

Brief eines NGO-Bündnisses zur Überarbeitung der POP-Verordnung

Umweltnews mit weiteren Infos zur Überarbeitung der POP-Verordnung