Chemie & Nanotechnologie

Saubere Luft am Arbeitsplatz

12.04.2018

Die EU will die Verwendung von fünf krebserregenden Chemikalien am Arbeitsplatz einschränken. Diesen Vorschlag präsentierte die Kommissarin für Beschäftigung Marianne Thyssen vergangene Woche.

Die Richtlinie über Karzinogene und Mutagene soll demnach um Grenzwerte für folgende Stoffe erweitert werden:

  • Cadmium und seine anorganischen Verbindungen;
  • Beryllium und anorganische Berylliumverbindungen;
  • Arsensäure und ihre Salze sowie anorganische Arsenverbindungen;
  • Formaldehyd;
  • 4,4′-Methylenbis(2-chloranilin) (MOCA).

Sollten die Änderungen umgesetzt werden, dürfte die Luft am Arbeitsplatz in der EU die Grenzwerte für diese Chemikalien nicht mehr überschreiten. Davon sind beispielsweise ArbeitnehmerInnen in der Cadmium-Produktion und –Raffination, in Gießereien, bei der Glasherstellung, in Laboren, der Elektronik-, Chemikalien-, Bau- und Gesundheitsbranche, bei der Kunststhoffherstellung und im Recyclingprozess betroffen.

Die Kommission erhofft sich, dass die Erweiterungen der Richtlinie nicht nur die Zahl der Krebserkrankungen reduzieren, „sondern auch andere gravierende gesundheitliche Probleme eindämmen, die durch Karzinogene und Mutagene hervorgerufen werden“, beispielsweise die durch Berrylium verursachte unheilbare Berrylliose.

Sie schätzt, dass die neuen Grenzwerte die Arbeitsbedingungen für eine Million ArbeitnehmerInnen in der EU verbessern und 22.000 Krankheitsfälle verhindern könnten.

Dem Vorschlag müssen noch das EU-Parlament und der Ministerrat zustimmen. [km]

Pressemitteilung der EU-Kommission