Klima & Energie

EU-Gelder fließen in Erdgas-Pipeline

07.02.2018

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat am Dienstag einem Darlehen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro für die umstrittene Trans-Adria-Pipeline (TAP) zugestimmt.

Das Darlehen ist damit das größte, dass die EIB jemals für ein Energieprojekt bewilligt hat. Nach Angaben des Nachrichtenportals EurActiv erklärte EIB-Vizepräsident Andrew McDowell gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, das TAP-Projekt werde die rückläufige Erdgasförderung in Europa ausgleichen, die Gasimporte diversifizieren und die Kohlekraft in Mittel- und Südosteuropa ablösen.

Die Umweltverbände CEE Bankwatch, Counter Balance, Friends of the Earth Europe und 350.org kritisierten in einer gemeinsamen Stellungnahme die Entscheidung des EIB-Vorstands. Xavier Sol, Direktor von Counter Balance, machte seinem Ärger Luft: „Wir sind Zeugen eines historischen Fehlers der EIB, einem selbsternannten grünen Finanzchampion, der nun seine wahren Farben zeigt. Die Bank berücksichtigt die Herausforderungen des Klimawandels nicht und ignoriert die schwierige Menschenrechtslage in der Türkei und in Aserbaidschan.“

Die Entscheidung über das Darlehen war bereits mehrere Male vertagt worden, zuletzt im Dezember.
Die TAP ist Teil des Südlichen Gaskorridors und wird durch Griechenland, Albanien und die Adria bis nach Süditalien verlaufen. Laut Schätzungen sollen zehn Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem Shah Deniz 2 Feld in Aserbaidschan durch die Pipeline nach Europa fließen. [aw]

Meldung der EIB 
Meldung von EurActiv 
NGO-Reaktion