Landwirtschaft & Gentechnik

Boden verliert an Fruchtbarkeit

06.12.2018

Mehr als 80 Prozent der Erdkrumen auf EU-Ackerflächen enthalten Pestizidrückstände. Das ergaben Analysen des Pestizid Aktions-Netzwerks PAN. In Deutschland verliert einem Bericht des Thünen-Instituts zufolge der Ackerboden Humus.

Damit gehe den Böden Fruchtbarkeit und auch Widerstandsfähigkeit gegen die Folgen der Klimakrise verloren, sagte der Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Felix Prinz zu Löwenstein. Die Landwirtschaft schade sich selbst, wenn sie humusschädigend arbeite. Der entweichende Kohlenstoff verstärkt zudem die Erderwärmung. Der BÖLW-Chef appellierte an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, Konsequenzen aus den Forschungsergebnissen zu ziehen und die EU-Agrargelder gezielt für den Klimaschutz auszugegeben, etwa für Programme zum Humusaufbau auf den Feldern.

Die Zukunft der EU-Landwirtschaft sei in Gefahr, solange verbotene Substanzen wie DDT oder giftige Herbizide wie Glyphosat im Boden nachgewiesen werden, warnte PAN Europe anlässlich des Tags des Bodens am 5. Dezember. Diese beeinträchtigten den Stoffwechsel von Pflanzen und zwängen Landwirte mehr Dünger und Pestizide einzusetzen. Gleichzeitig bedrohten die Gifte Bestäuber, Käfer und Vögel. [mbu]

Bodenzustandsbericht des Thünen-Instituts

Kurzfassung Thünenbericht

PAN Europe zu Bodenbelastung