Landwirtschaft & Gentechnik

Gentechnik bleibt Gentechnik

04.07.2018

Neue genmodifizierende Verfahren sollen auch als Gentechnik reguliert werden. Eine entsprechende Resolution schickte ein Bündnis aus 21 Landwirtschafts-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen am Dienstag an den Bundestag und das EU-Parlament.

Die Verbände, darunter der Umweltdachverband DNR, Bioland, BUND, Demeter, Grüne Liga und Naturland, fordern, alle neuen Methoden - zum Beispiel Genom-Editing, zielgerichtete Mutagenese oder neuere Mutagenese-Verfahren - nach EU-Gentechnikrecht zu regeln. Die Begründung: auch die neuen Technologien griffen direkt in die DNA ein und veränderten das Erbgut.

Dadurch könnten biologische Eigenschaften von Organismen grundlegend verändert werden, heißt es in der Resolution. Sogenannte Genscheren beispielsweise ließen sich nicht mit herkömmlicher Züchtung oder spontaner Mutagenese vergleichen.

Deshalb müssen aus Sicht der Verbände die neuen Gentechnikverfahren und die daraus erzeugten Organismen als gentechnisch veränderte Organismen (GVO) eingestuft und entsprechend reguliert werden. Auch das Vorsorgeprinzip verpflichte dazu, die neuen Methoden auch wegen der noch nicht erfolgten Risikobewertung nach EU-Gentechnikrecht zu regulieren.

Am 25. Juli 2018 will sich der Europäische Gerichtshof zur rechtlichen Einstufung neuer gentechnischer Verfahren äußern. Auf dieser Grundlage entscheiden EU-Kommission und die Mitgliedstaaten darüber, ob und wie sie diese künftig regulieren. [mbu]

Resolution