Verkehr

CO2-Ausstoß: neues Täuschungsmanöver der Autoindustrie?

26.07.2018

Laut Gemeinsamem Forschungszentrum (JRC) der EU-Kommission besteht die Gefahr, dass Automobilhersteller erneut den Kohlendioxidausstoß von Pkws manipulieren.

Das „Non-Paper“ des JRC liegt sowohl dem Nachrichtenportal EurActiv als auch der Umweltschutzorganisation Transport & Environment (T&E) vor. Daraus geht anscheinend hervor, dass Autobauer durch Hardware- und Softwaretricks versuchen, die CO2-Emissionen ihrer Fahrzeuge künstlich aufzublähen.

Die neuerlichen Manipulationsversuche stehen wahrscheinlich in Verbindung mit schärferen CO2-Grenzwerten für neue Pkws und leichte Nutzfahrzeuge, die die EU-Kommission ab 2021 auf den Weg bringen will. Brüssel schlägt vor, dass Neuwagen bis 2025 15 Prozent weniger CO2 und bis 2030 30 Prozent weniger CO2 ausstoßen als zum Startpunkt im Jahr 2021.

Hier setzen die Hersteller offenbar an. Denn mit höheren CO2-Abgaswerten würde der Startpunkt für schärfere CO2-Grenzwerte höher angesetzt, als es der Realität entspreche. Autobauer müssten somit geringere Anstrengungen unternehmen, um die CO2-Emissionen der Fahrzeugflotten zu senken.

Die Forscher*innen des JRC stellten eine durchschnittliche Abweichung von 4,5 Prozent fest im Vergleich zu Ergebnissen unabhängiger Testverfahren. In einigen Fällen lag der CO2-Ausstoß sogar um 13 Prozent höher.

Nach Auffassung von William Todts von T&E seien die Untersuchungsergebnisse „eine traurige Mahnung daran, dass die Autoindustrie in der Vergangenheit lebe und ihr nicht vertraut werden kann“. [aw]

Non-Paper des JRC
EurActiv 
T&E