Verkehr

Saubere Luft muss politisch Vorrang haben

08.11.2018

Anlässlich des ersten europäischen Dieselgipfels haben Umweltverbände die EU und ihre Mitgliedstaaten aufgefordert, unverzüglich gegen die schmutzige Luft in Europa vorzugehen.

Die Europäische Allianz für Öffentliche Gesundheit (European Public Health Alliance, EPHA), Transport & Environment (T&E) und das Netzwerk Großer Europäischer Städte (Network of Major European Cities, Eurocities) appellieren gemeinsam an die EU und die EU-Staaten, „die 43 Millionen existierenden dreckigen Dieselfahrzeuge“ sauber zu machen.

Die EU müsse Rückrufe und Nachrüstungen in allen 28 Mitgliedstaaten koordinieren. Dabei solle sie darauf achten, dass keine Fahrzeuge, bei denen der Schaden nicht behoben wurde, aus west- in mittel- und osteuropäische Länder verbracht werden. Alle nachgerüsteten Dieselautos müssten zudem einem unabhängigen Emissionstest unter realen Straßenbedingungen unterzogen werden, um den tatsächlichen Emissionsausstoß zu ermitteln.

Die Verbände fordern die EU auch auf, einen Europäischen Fonds für saubere Luft einzurichten, der maßgeblich von der Industrie mitfinanziert werden müsse. Dieser Fonds soll Städte und Bürger*innen unterstützen, die am stärksten von Dieselabgasen betroffen sind. Nicht zuletzt müsse die entsprechende Gesetzgebung auf EU-Ebene ausgebaut werden, beispielsweise durch ehrgeizige CO2-Grenzwerte für Fahrzeuge, verschärfte Prüfbedingungen, Anreizsysteme für saubere Fahrzeuge und für Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe.

Die drei zivilgesellschaftlichen Gruppen organisierten den ersten Dieselgipfel auf EU-Ebene. Er fand am Dienstag in Brüssel statt.

Autohersteller hatten am Montag neue Zahlen zum Stickstoffausstoß von Euro-6-Dieselfahrzeugen vorgestellt, laut denen die Emissionen unter den EU-Grenzwerten liegen. Greg Archer, Direktor für saubere Fahrzeuge bei T&E, kritisierte jedoch die unrealistischen Testbedingungen. Unter tatsächlichen Bedingungen seien die Emissionen höher, erklärte er dem Umweltnachrichtendienst Ends Europe. [aw/km]

Gemeinsame NGO-Erklärung

Pressemitteilung T&E 

Nachricht zu neuen NO2-Emissionstests bei Ends Europe (kostenpflichtig)