Wasser & Meere

Fischbestände - Diagnose: Überfischung

12.06.2018

Bis 2020 soll die Überfischung der europäischen Meere ein Ende haben - das hat sich die EU in ihrer Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) vorgenommen. Laut der Bestandserhebung zur Umsetzung der GFP der  EU-Kommission wurden "erhebliche Fortschritte bei der Bewirtschaftung der Fischereiressourcen erzielt, insbesondere in den nördlichen und westlichen Gewässern, wo die Überfischung erheblich zurückgegangen ist". Die Biomasse habe zugenommen und 2016 im Durchschnitt fast 39 Prozent über dem Niveau von 2003 gelegen.

Die Meeresschutzorganisation Oceana dagegen schlussfolgert aus der Kommissionsmitteilung von Montag, dass die EU "weit entfernt" von ihrem 2020-Ziel ist. Am schlimmsten sei es im Mittelmeer, wo etwa 90 Prozent der Fischbestände überfischt seien und einige Arten kurz vor dem Zusammenbruch stünden. Für Europäischen Seehecht, Rotbarbe, Blauen Wittling und Seeteufel empfehlen WissenschaftlerInnen eine Quote, die ein Zehntel dessen beträgt, was tatsächlich gerade entnommen wird. Auch die Überfischung in Ost- und Nordsee sowie im Nordostatlantik sei nach wie vor hoch. Oceana fordert die EU-Institutionen auf, für 2019 nachhaltige Entscheidungen zu treffen und besonders für das Mittelmeer langfristige Managementpläne auf den Weg zu bringen. 

Für die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Fangquoten 2019 läuft zurzeit eine öffentliche Konsultation. Interessierte können sich bis 21. August beteiligen. [jg]

Mitteilung der EU-Kommission COM (2018)452 (PDF, engl.)

Konsultation (Frist: 21. August 2018)

Pressemitteilung OCEANA