Wasser & Meere

Nordsee und Atlantik: EU-Kommission erhöht Fangquoten 2019

08.11.2018

Schlechte Nachrichten für Schellfische, Seehechte und Schollen: Die EU-Kommission hat am Mittwoch ihren Fangquotenvorschlag für Nordsee und Atlantik im kommenden Jahr vorgelegt. Die zulässige Gesamtfangmenge für 27 Bestände soll laut Vorschlag angehoben werden (teils auf über 103 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Bei 35 Beständen bleibt sie gleich hoch wie 2018 und bei 22 Beständen soll sie verringert werden. Bei fünf Beständen (meist um Schottland und Irland gelegen) von Kabeljau, Wittling und Scholle empfiehlt Brüssel aufgrund wissenschaftlicher Gutachten für 2019 ein Fangverbot.

Der 1. Januar 2019 markiert ein weiteres wichtiges Datum in der EU-Fischereipolitik: Ab diesem Datum gilt die sogenannte Anlandeverpflichtung uneingeschränkt für alle kommerziellen Fänge. Das heißt, dass alle Fänge - einschließlich der Beifänge zu kleiner Tiere oder unerwünschter, weil nicht kommerzieller Arten - an Land gebracht und auf die für die Mitgliedstaaten festgesetzte Fangquote angerechnet werden müssen. Rückwürfe sind verboten. Allerdings kritisieren Umweltverbände mangelnde Kontrollen.

Die EU-Kommission freut sich über "erhebliche Fortschritte" in der nachhaltigen Fischerei: Inzwischen würden 53 Bestände auf dem Niveau des höchstmöglichen Dauerertrags (maximum sustainable yield - MSY) befischt. Im Jahr 2009 waren es 5 und im Jahr 2017 erst 44 Bestände. Bis 2020 sollen alle Bestände auf nachhaltigem Niveau befischt werden, also für die 76 Bestände, für die wissenschaftliche Informationen des Internationalen Rates für Meeresforschung vorliegen.

Der Fischereiministerrat, der vom 17. bis 18. Dezember tagt, muss noch über den Vorschlag zu den Quoten in Nordsee und Atlantik für das kommende Jahr befinden. Die Regeln für die Fischfangquoten würden dann ebenfalls ab dem 1. Januar 2019 gelten.

Der für Fischerei zuständige EU-Umweltkommissar Karmenu Vella hat am Montag in Kiel den mit 10.000 Euro dotierten Deutschen Meerespreis GEOMAR für seine Bemühungen zum Schutz der Ozeane erhalten. Vella nahm den Preis stellvertretend für die Kommission und ihr "koordiniertes Vorgehen" an. "Dazu gehören unsere weltweit führende Plastikstrategie, die die Meeresabfällen reduziert, unsere Bemühungen auf internationaler Eben um eine bessere Meerespolitik, unsere Zusammenarbeit mit Ländern rund um die Welt zur Bekämpfung der illegalen Fischerei, unsere Förderung von Energiegewinnung aus Wellenkraft und unsere Bemühungen um nachhaltige Fischerei in der EU."  [jg]

Pressemitteilung der EU-Kommission mit Tabellen

Karte der Fischfanggebiete

Pressemitteilung zum Meerespreis