Wasser & Meere

Walfangsaison in Europa gestartet

09.04.2018

Seit Anfang April werden im Nordatlantik wieder Wale gejagt. Die norwegische Regierung hat eine Fangquote von 1.278 Tieren erlaubt. Das ist die höchste Quote seit den 1990er-Jahren.

Damals hatte das Kabinett in Oslo den kommerziellen Walfang wieder aufgenommen - im Widerspruch zum 1986 beschlossenen internationalen Walfangmoratorium. Trotz der hohen Quote sank die Zahl der getöteten Tiere in den vergangenen Jahren. So wurden etwa im vergangenen Jahr nach Angaben von OceanCare, Pro Wildlife und Whale and Dolphin Conservation (WDC) lediglich 432 Zwergwale erlegt - so wenige wie seit 20 Jahren nicht mehr. Der Grund: Walfleisch lässt sich nicht mehr absetzen, die Nachfrage sinkt.

Auch in Island klaffen den Naturschutzorganisationen zufolge Quote und tatsächlicher Fang auseinander: Dieses Jahr dürfen Fischer dürfen bis zu 209 Zwergwale töten, tatsächlich erlegt wurden in den vergangenen beiden Jahren nur 46 beziehungsweise 17 Tiere.

Deshalb fordern die Verbände von der EU, den kommerziellen Walfang in europäischen Gewässern nicht länger zu tolerieren. Man erwarte konkrete politische und diplomatische Schritte gegenüber Island und Norwegen, sagt Astrid Fuchs von WDC.

Aufgrund des Berichts „Frozen in Time“ von OceanCare, Pro Wildlife und dem Animal Welfare Institute, der zeigte, wie das Norwegen das Walfangverbot der Internationalen Walfangkommission (IWC) unterwandert, wurde vergangenes Jahr das EU-Parlament aktiv. In einer Resolution forderte es Norwegen im September 2017 auf, den Walfang endlich einzustellen. Nun hoffen die Walschützer, dass die EU auf der nächsten IWC-Tagung den Worten auch Taten folgen lässt. Diese findet vom 10. bis 14. September in Brasilien statt. [mbu]

OceanCare

Pro Wildlife

Whale and Dolphin Conservation (WDC)

Bericht: Frozen in Time: How modern Norway clings to its whaling past (2016) von OceanCare, Pro Wildlife und Animal Welfare Institute