Wasser & Meere

Zeit verrinnt für saubere, gesunde Meere in der EU

12.04.2018

Meeresschutzorganisationen haben am Dienstag drei Handlungsempfehlungen für EU-Länder veröffentlicht, damit die Ziele der EU-Meeresschutz-Richtlinie bis 2020 doch noch erreicht werden können.

Die Zeit werde immer knapper: Die 2008 in Kraft getretene EU-Meeresschutz-Richtlinie läuft 2020 aus, also in weniger als zwei Jahren. Viel sei nach Einschätzung mehrerer Meeresschutzorganisationen, darunter Seas at Risk, noch zu tun. Die meisten EU-Mitgliedstaaten hätten bei der Umsetzung der Richtlinie versagt.

Ein NGO-Bündnis, die „European Seas Environmental Cooperation“, verfasste Empfehlungen für drei vorrangige Handlungsfelder: 1) Überfischung beenden, 2) Verschmutzung stoppen, was die Einbringung von Müll und chemischen Substanzen genauso einschließt wie Unterwasserlärm, 3) den Artenverlust stoppen, indem in marinen und Küstenschutzgebieten sowie auf dem Meeresgrund die negativen Einflüsse menschlicher Aktivitäten auf ein Minimum begrenzt werden.

Außerdem protestierten die Nichtregierungsorganisationen Seas at Risk, WeMove und OurFish in Sofia während des informellen Treffens der EU-Umweltminister*innen, die sich unter anderem mit Maßnahmen für besseren Meeresschutz befassten. Die drei Organisationen machten auf das Ergebnis einer Petition aufmerksam: Über 172.000 Menschen fordern darin, dass sich die EU und ihre Mitgliedstaaten stärker für intakte Meeresökosysteme einsetzen. [aw]

Seas at Risk zu Handlungsempfehlungen 
Seas at Risk zur Petition