Wirtschaft & Ressourcen

Stimmen für eine Postwachstums-EU: Seien Sie dabei!

08.11.2018

Gerade der Umweltbewegung ist schmerzhaft bewusst, wie viele ihrer Forderungen konsequent am Wachstumsvorbehalt scheitern. Das Wirtschaftswachstum der industrialisierten Länder steht in permanenter Konkurrenz zu den Zielen von Natur-, Tier- und Umweltschutzpolitik.

„Wir brauchen einen Stabilitäts- und Wohlstandspakt – nicht mehr Wachstum!“ sagt die Ökonomin Kate Pickett.

Deshalb hat das Europäische Umweltbüro, zu dessen Mitgliedern auch der Deutsche Naturschutzring zählt, eine Petition für ein Europa erstellt, das sich unabhängig vom Wirtschaftswachstum entwickelt. Bereits 80.000 Menschen haben unterschrieben, momentan kommen täglich hunderte hinzu.

Der Aufruf ist in 9 Sprachen übersetzt. Es ist also einfach, ihn in ganz Europa zu verbreiten.

Die Petition baut auf den Forderungen eines Brandbriefs auf, mit dem sich im September dieses Jahres über 200 ÖkonomInnen in 15 europäischen Zeitungen an die EU-Institutionen wendeten. Die WissenschaftlerInnen fordern die EU auf:

  1. Eine Sonderkommission im EU-Parlament einzurichten, die sich mit den Zukunftsperspektiven für eine Zeit nach dem Wachstum (Post-Growth-Futures) befasst;
  2. Alternative Indikatoren in den makroökonomischen Rahmen der EU und ihrer Mitgliedstaaten einzubeziehen;
  3. Den Stabilitäts- und Wachstumspakt in einen Stabilitäts- und Wohlstandspakt umzuwandeln;
  4. Ein Ministerium für wirtschaftliche Transformation in jedem Mitgliedstaat einzurichten.

Bis zum 15. November läuft die Petition noch. Dann soll sie an Kommissionsvizepräsident Timmermans und die österreichische Ratspräsidentschaft übergeben werden. Österreich plant derzeit Wirtschaftswachstum als Staatsziel zu verankern. Vor diesem Hintergrund erhält die Übergabe an die Österreicher noch eine besondere Würze.

Beteiligen Sie sich an der Petition und lassen Sie uns die 100.000 Unterschriften-Grenze knacken! [tk]