Landwirtschaft & Gentechnik

EU soll Weichen für andere Landwirtschaft stellen

10.01.2019

"Unökologisch, ungerecht und ineffektiv" - so fällt das harsche Urteil von BUND und Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) zur aktuellen Agrarpolitik anlässlich der Veröffentlichung des Agrar-Atlasses 2019 aus. Beide Organisationen fordern eine zukunftsfähige Ausrichtung der EU-Agrarpolitik, die sich am Gemeinwohl und den Wünschen der BürgerInnen orientiert.

Eine im Agrar-Atlas enthaltene Forsa-Umfrage zeige, dass die BürgerInnen zu 80 Prozent wollen, dass die Landwirtschaft für Leistungen wie Naturschutz, Gewässerschutz oder Klimaschutz staatlich gefördert wird. 76 Prozent der Befragten empfänden das Höfesterben in Deutschland als großes Problem und möchten, dass gerade mittlere und kleine Betriebe staatlich unterstützt werden.

Derzeit gebe die EU-Agrarpolitik jährlich 60 Milliarden Euro aus, was auf alle EU-BürgerInnen umgerechnet ein Betrag von 114 Euro pro Kopf und Jahr bedeutet. Das Geld fließe aber größtenteils in Großbetriebe und sei kaum an Auflagen wie Natur-, Wasser- und Klimaschutz, artgerechte Tierhaltung oder die Förderung regionaler Strukturen gebunden, kritisieren BUND und HBS.

Sie fordern die Bundesregierung und die anderen Mitgliedstaaten der EU auf, die falsche EU-Förderpolitik auf Brüsseler Ebene zu verändern. Dort wird gerade über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik diskutiert. Die vorliegenden Vorschläge der EU-Kommission zur Zukunft der EU-Agrarpolitik seien aber enttäuschend und fielen "dürftig, teilweise sogar kontraproduktiv und schädlich aus".

Der 50-seitige Agrar-Atlas enthält zahlreiche Abbildungen mit Daten und Fakten zur EU-Landwirtschaft, Tierhaltung, Gesundheits- und Klimaschutzaspekten.

Die Agrarpolitik wird auch ab der kommenden Woche anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin (18.-27.01.2019) im Mittelpunkt stehen. Zahlreiche Veranstaltungen laden Interessierte zum Mitdiskutieren ein. Unter anderem organisiert die HBS zusammen mit dem Deutschen Naturschutzring eine Diskussionsrunde zum Insektenschutz "Nach dem Hype: Und wie retten wir jetzt die Insekten?", am 17. Januar, 18 bis 21 Uhr. [jg]

Pressemitteilung BUND

Seite der Heinrich-Böll-Stiftung zum Thema

Agrar-Atlas 2019