Landwirtschaft & Gentechnik

Genmais: Import zugelassen

07.01.2019

Obwohl aktuelle Forschungsergebnisse darauf hinweisen, dass mit Bt-Toxinen erhebliche Risiken für das menschliche Immunsystem einhergehen, hat die EU-Kommission einen Mais des Bayer/Monsanto-Konzerns für den Import zugelassen, der sechs Bt-Insektengifte produziert. Das kritisiert das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie Testbiotech. Weil der betreffende Mais gegen die Unkrautvernichter Glyphosat und Glufosinat resistent gemacht ist, gingen gesundheitliche Risiken auch von den Rückständen dieser Herbizide aus, da diese in größeren Mengen gesprüht werden können, ohne dass die Genmaispflanzen darunter leiden.

"Die EU-Kommission respektiert weder Wissenschaft noch Vorsorge. Es gibt schwerwiegende Hinweise darauf, dass der Verzehr dieses Gentechnik-Maises gesundheitliche Schäden auslösen kann", warnte Christoph Then von Testbiotech.

Die Entscheidung erschüttere das Vertrauen in die beteiligten Institutionen der EU. Aktuellen Forschungsergebnissen zufolge könne der Verzehr der Bt-Toxine Allergien und andere Immunreaktionen auslösen. Solange die Sicherheit des Maises mangels Daten nicht nachgewiesen werden könne und die Kombi-Wirkung der Toxine und der Rückstände der Spritzmittel nicht untersucht wurden, fordert Testbiotech ein Importverbot dieses Genmaises.

Testbiotech bemüht sich zurzeit über EU-Gerichte, genauere Untersuchungen verpflichtend zu machen (Verfahren C-82/17 P). Leider sehe es nach einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme des Generalanwaltes des EU-Gerichtes nicht so aus, als ob das Gericht weitere Untersuchungen zur Auflage machen würde. Eine Entscheidung werde noch in diesem Jahr erwartet. [jg]

Pressemitteilung von Testbiotech mit weiteren Links

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NACHTRAG: Am 9. Januar haben die beiden französischen EU-Parlamentarier Eric Andrieu und Marc Tarabella (Sozialdremokraten) in Sachen Importgenehmigung des Bt-Maises eine prioritäre parlamentarische Anfrage an die EU-Kommission gestellt, um den Sachverhalt aufzuklären (siehe hier). Andrieu leitet den PEST-Ausschuss, der im EU-Parlament für die Genehmigungen von Pestiziden zuständig ist.