Landwirtschaft & Gentechnik

Neuartige Genpflanzen dürfen nicht ungeprüft auf europäischen Markt

21.03.2019

In den USA sind zahlreiche Pflanzen zugelassen worden, die mit Hilfe neuer Gentechnikmethoden verändert wurden. Das Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, Testbiotech, warnt davor, dass diese Produkte unkontrolliert auf den europäischen Markt gelangen könnten.

Mitte März veröffentlichte Testbiotech einen Bericht, wonach die US-Landwirtschaftsbehörde APHIS die Genehmigung für den Anbau und die Vermarktung von mehr als 20 Pflanzen erteilt hat, die Genom-Veränderungen aufwiesen, die deutlich tiefer eingreifen als die klassische Gentechnik. Zu den in den USA zugelassenen Pflanzen gehören etwa Salat, Tomaten, Mais, Weizen, Soja und Kartoffeln. Eine Risikobewertung hinsichtlich Umwelt und Gesundheit erfolgt jenseits des Atlantiks nicht.

Der Umweltverband BUND fordert deshalb: "Die EU muss dringend dafür Sorge tragen, dass diese neuen Pflanzen nur nach Durchlaufen einer Risikoprüfung importiert werden können.“ Zudem müsse die EU die Kennzeichnung der neuen Gentech-Pflanzen verlangen und sicherstellen. Alles andere wäre „ein fahrlässiger Verstoß gegen geltendes EU-Recht und das europäische Vorsorgeprinzip“.

Vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik kommt laut Infodienst Gentechnik der Vorschlag, ein internationales Register gentechnisch veränderter Organismen (GVO) zu schaffen, in das alle genmodifizierten Pflanzen und Tiere einzutragen seien. Ein geeigneter Rahmen dafür wäre das internationale Abkommen über biologische Vielfalt, in dem bereits eine Datenbank existiert, die dafür genutzt werden könnte. [mbu]

Bericht Testbiotech: Am I Regulated ? Neue Gentechnik an Pflanzen: Probleme mangelnder Regulierung am Beispiel der USA (März 2019)

BUND zum Import ungeprüfter Genpflanzen

Infodienst Gentechnik zum Import ungeprüfter Genpflanzen