Politik & Recht

Markus Pieper (CDU/EVP): "Ich stehe für realistische, faktenbasierte Klimaschutzpolitik"

07.05.2019

(c) EPP-Group-Photo: MLahousse

Dr. Markus Pieper ist CDU-Mitglied und in Brüssel für die Fraktion EVP u.a. als Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr sowie als Stellvertreter im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie tätig. Pieper ist 1963 in Hameln geboren und Dr. rer. nat. Dipl.-Geograph. Als EU-Abgeordneter ist er für Nordrhein-Westfalen zuständig.

Wir schreiben die Sternzeit 2019. Das Raumschiff Europa fliegt durch populistische Turbulenzen, ökonomische und weltpolitische Konflikte und überstrapaziert die planetaren Grenzen. Was waren für Sie persönlich Ihre europäischen Sternstunden und was der heftigste Kometeneinschlag in der vergangenen Legislaturperiode?

"Die Sternstunde war für mich die erfolgreich verabschiedete Plastikstrategie der Europäischen Union. Die Vermeidung von Plastikmüll und Einrichtung einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft sind eine Wohltat für unsere Umwelt.  Auch die EU-Klimabilanz kann sich sehen lassen. Seit 1990 ist unser Sozialprodukt um 53 Prozent gestiegen, gleichzeitig sind die CO2-Emissionen um 23 Prozent zurückgegangen.
Bereits heute haben wir unsere Klimaziele für 2020 in fast allen Bereichen übertroffen. Schon 2014 haben wir eine Reduzierung der CO2-Emissionen um 20 Prozent geschafft, genauso wie die 20 Prozent Verminderung des Energieverbrauchs. Ebenso werden wir bis 2020 den Ausbau der Erneuerbaren um 20 Prozent innerhalb Europas erreichen.
Ebenso bin ich sehr zufrieden, dass wir für die Jahre 2030 ambitionierte Klimaschutzziele verabschiedet haben. 40 Prozent weniger CO2-Emissionen, 32.5 Prozent weniger Energieverbrauch und 32 Prozent mehr Erneuerbare - das wollen wir EU-weit erreichen. Das sind starke Ziele, die gleichzeitig die Wirtschaft und Bürger im Auge behalten. Um die Ziele erfolgreich umzusetzen müssen wir alle an einem Strang ziehen - und dürfen die Träger unserer Gesellschaft nicht überfordern."

Was müsste sich aus Ihrer Sicht im nächsten Parlament für ein wirklich ökologisches, nachhaltiges und soziales Europa in Lichtgeschwindigkeit ändern?

"Für die Zukunft müssen Klimaschutzvorgaben weltweit verbindlicher werden. Wir werden uns dafür einsetzen, dass wir auch beim Thema Plastikvermeidung weitergehen. Eine zweite Verbotswelle von Plastikprodukten ist ein Ansatz, aber genauso konsequent das Verbot des Exports von nicht-recyclingfähigen Abfall in Drittländer. Unserem Plastikverbrauch müssen wir ehrlich ins Gesicht schauen und vor Ort in Europa angehen."

Für welche umweltbezogenen Themen stehen Sie und sollten deshalb wieder in die neue Crew im Raumschiff Europa gewählt werden?

"Ich stehe für realistische, faktenbasierte Klimaschutzpolitik. Die Analysen der Auswirkungen von Klimaschutzmaßnahmen innerhalb Europas, zum Beispiel im Bereich der Energieeinsparungen, studiere ich genau. Dabei bin ich allergisch gegen reine Symbolpolitik. Ich möchte, dass unsere Klimaschutzziele- und Maßnahmen etwas bewirken. Das geht nur mit Augenmaß und Sachverstand, der Menschen und Finanzen im Blick behält."
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Weitere Informationen http://www.umweltcheck-ep.de/abgeordnete/pieper-markus/
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Der Deutsche Naturschutzring möchte mit seiner Europawahlkampagne #natürlichEuropa die rund 11 Millionen Menschen in seinen Mitgliedsverbänden erreichen und für eine starke und proeuropäische Wahlbeteiligung mobilisieren. Wir haben Mitgliedern des EU-Parlaments, die erneut kandidieren, die Gelegenheit gegeben, aus ihrer Tätigkeit in umweltbezogenen Ausschüssen zu berichten und ihre Pläne für die kommende Legislatur vorzustellen.