Landwirtschaft & Gentechnik

EU-Abgeordnete wollen weiter Ackergift erlauben

31.05.2017

Der Agrarausschuss des EU-Parlaments hat sich am Dienstag gegen den Vorschlag von EU-Agrarkommissar Phil Hogan ausgesprochen, Pestizide auf ökologischen Vorrangflächen zu verbieten.
 
Mit dem Vorschlag wollte die Kommission eine Vorgabe der EU-Agrarreform einlösen, auf fünf Prozent der Ackerfläche ökologische vor ökonomische Interessen zu stellen, um den Artenverlust in der Landwirtschaft zu bremsen.

Die Resolution gegen das Pestizidverbot stammt aus der Feder des deutschen EU-Abgeordneten Albert Deß und des Briten John Stuart Agnew. Die Umweltverbände BUND, DNR, NABU und WWF werfen den Initiatoren und der Ausschussmehrheit vor, jegliche Versuche, die Landwirtschaft ökologischer zu machen, bereits im Keim ersticken.

Die Verbände appellieren an die Abgeordneten des EU-Parlaments, in ihrer Plenarsitzung am 12. Juni gegen die Entscheidung des Agrarausschusses und für den Vorschlag von Agrarkommissar Hogan zu stimmen. Auch der agrarpolitischer Sprecher der Fraktion Die Grünen/EFA im EU-Parlament Martin Häusling fordert seine Kolleginnen und Kollegen auf, für eine Landwirtschaft zu votieren, die ihre Reformfähigkeit unter Beweis stelle.

Ein Pestizidverbot auf den speziell für Natur- und Umweltschutz vorgesehenen Flächen ist aus Sicht der Umweltverbände notwendig, um den anhaltenden Verlust biologischer Vielfalt aufzuhalten. 47 Prozent der Landfläche der EU wird landwirtschaftlich genutzt. Seit vielen Jahren sei ein dramatischer Artenverlust in der intensiven Landwirtschaft zu beobachten, so die Verbände. Typische Agrarvögel wie Feldlerche, Rebhuhn und Kiebitz würden immer seltener.

Bisher zeigte selbst der geringe Anteil von fünf Prozent ökologischer Vorrangflächen nicht die erhoffte Wirkung für die Biodiversität, weil dennoch der Anbau von Zwischenfrüchten oder Eiweißpflanzen möglich ist, die mit Pestiziden belastet werden, wie Studien belegten. Deshalb unterstützen die Umweltverbände den Vorschlag von Agrarkommissar Hogan. [mbu]

Mitteilung der Verbände