Naturschutz & Biodiversität

Washingtoner Artenschutzabkommen: EU investiert 17 Millionen gegen Wilderei in Drittländern

05.12.2017

Strengere Handelskontrollen, die Unterstützung der Wissenschaft, bessere finanzielle Ausstattung, stärkere technische Unterstützung und eine verbesserte internationale Zusammenarbeit - all diese Themen wurden bei der Sitzung des Ständigen Ausschusses vom Washingtoner Artenschutzübereinkommen diskutiert. Vom 27. November bis zum 1. Dezember tagte der Ausschuss der Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES) mit über 600 TeilnehmerInnen in Genf. Insgesamt 27 Arbeitsgruppen wurden etabliert. Der illegale Handel mit Schuppentieren (Pangoline), der Schutz von Kalifornischen Schweinswalen (Vaquitas) und Japans umstrittene Seiwaljagd im Nordpazifik (siehe EU-News 28.07.2017) waren unter anderem Thema des Treffens.

Darüber hinaus ging es um den Elfenbeinhandel. Burkina Faso, Kongo, Kenia und Niger appellierten im Namen der 29 afrikanischen Staaten der African Elephant Coalition (AEC) sowie Tier- und Artenschutzorganisationen an die Staatengemeinschaft, ihre Elfenbeinmärkte zu schließen. Auf EU-Ebene läuft noch bis morgen eine öffentliche Konsultation darüber, ob die EU ihre Märkte schließen soll oder nicht. Der Ausschuss überprüfte die Umsetzung der nationalen Elfenbeinaktionspläne (NIAP) von zwölf Staaten. Kamerun, Ägypten, Äthiopien und Tansania wurden wegen fehlender Fortschrittsberichte verwarnt. Katar soll als wichtiges Transitland einen NIAP entwickeln.

Außerdem gab es weitere Finanzzusagen. Die Schweiz kündigte zusätzliche eine Million Franken pro Jahr zur Unterstützung von CITES an. Die EU, Deutschland und das Vereinigte Königreich wollen 20 Millionen US-Dollar für das Internationale Konsortium zur Bekämpfung der Wildtierkriminalität (ICCWC) geben.

Am 5. Dezember unterzeichnete die EU ein Abkommen mit drei UN-Institutionen und will sich mit 17,2 Millionen Euro am gemeinsamen Kampf gegen die illegale Tötung von Wildtieren und den Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten im östlichen und südlichen Afrika sowie im Indischen Ozean beteiligen. Das neue "überregionale Wildtierprogramm" wird seine Aktivitäten auf die wichtigsten Schutzgebiete der Regionen, die nationalen Transitstellen und auf einige der wichtigsten grenzüberschreitenden Ökosysteme Afrikas konzentrieren.

Das nächste Treffen findet vom 1. bis 5. Oktober 2018 im russischen Sotschi statt. Im Mai 2019 tagt die nächste CITES-Vertragsstaatenkonferenz (COP18) in Colombo, Sri Lanka. [jg]

CITES-Bericht zum Treffen

EU-Abkommen vom 5.12./Pressemitteilung CITES

Berichterstattung zum CITES-Treffen von ProWildlife: