Abfall

Kleiner, aber wichtiger Schritt für die Kreislaufwirtschaft

13.12.2018

Ökodesign bedeutet in Zukunft nicht nur Energie-, sondern auch Ressourceneffizienz. Der Regelungsausschuss zur EU-Ökodesignrichtlinie hat am Montag beschlossen, Reparaturfähigkeit in den Geltungsbereich der Richtlinie aufzunehmen.

Hersteller müssen zukünftig sicherstellen, dass ihre Produkte mit gewöhnlichen Werkzeugen und ohne Schäden am Gerät auseinandergenommen werden können. Außerdem müssen sie Ersatzteile und Informationen zur Reparatur bereitstellen. Die Vertreter*innen des Regelungsausschusses beschlossen die neuen Regelungen zunächst nur für Kühl- und Gefriergeräte. In den nächsten Wochen sollen die Standards auch für andere Produktgruppen wie Waschmaschinen und Geschirrspüler übernommen werden.

Umweltverbände, die im Vorfeld die Aufnahme von Reparaturstandards gefordert hatten, lobten die Entscheidung. Chloé Fayole von der Organisation Ecostandards erklärte: „Elektroschrott ist der am schnellsten wachsende Abfallstrom der Welt. Den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, alle elektronischen Produkte zu reparieren und wiederzuverwenden, ist absolut notwendig und wird dazu beitragen, Millionen von Tonnen natürlicher Ressourcen und Treibhausgasemissionen zu sparen.“

Gleichzeitig betonte sie jedoch, dass Ersatzteile und Reparaturinformationen allen Verbraucher*innen zur Verfügung stehen sollten und nicht nur professionellen Reparaturbetrieben. Die neuen Regelungen unterscheiden zwischen den beiden Gruppen. Die Ausschussmitglieder müssten außerdem sicherstellen, dass Leuchten und Displays nicht von den Regelungen ausgenommen werden.

Falls der Rat der EU und das EU-Parlament den neuen Regelungen zustimmen, werden sie im März 2021 in Kraft treten. [km]

Pressemitteilung des Bundesumweltministeriums
Pressemitteilung des Europäischen Umweltbüros