Naturschutz & Biodiversität

Białowieża: Hände weg und genau hingeschaut!

14.02.2019

In einer Resolution fordern mehr als 100 Wissenschaftler*innen, sämtliche forstwirtschaftlichen Aktivitäten im gesamten Białowieża-Wald mit sofortiger Wirkung zu beenden.

Bereits vor zwei Wochen hatte ein breites Bündnis von Umweltorganisationen um den Umweltrechtsverband ClientEarth die polnische Regierung aufgefordert, Pläne für den kommerziellen Holzeinschlag im Białowieża-Nationalpark zu stoppen (EU-News vom 31.01.2019).

Diese Forderung findet nunmehr wissenschaftlichen Beistand in einer Resolution, die am Mittwoch auf der Fachkonferenz „Forests at risk: Białowieża and beyond” in Warschau verabschiedet wurde. In der Resolution fordern über 100 Wissenschaftler*innen,

  • alle forstwirtschaftlichen Aktivitäten im gesamten Białowieża-Wald sofort zu stoppen,
  • den Nationalpark auf den gesamten polnischen Teil des Waldes zu erweitern,
  • alle Strategien zum Schutz der biologischen Vielfalt und der zugrundeliegenden ökologischen Prozesse wissenschaftlich zu untermauern und mit dem nationalen sowie internationalen Gesetzesrahmen abzustimmen,
  • ein Maßnahmenprogramm für die örtlichen Gemeinden und ihre Bedürfnisse zu erarbeiten und lokale nachhaltige, immaterielle Nutzungen des Białowieża-Waldes zu befördern

Zwei Tage lang hatten sich 156 Teilnehmer*innen aus 24 Ländern intensiv über die Ökologie von Wäldern und ihren Schutz ausgetauscht. Białowieża und Naturwälder in anderen Teilen Europas sowie weltweit standen dabei im Mittelpunkt. Die Tagung setzt sich am Donnerstag und Freitag mit dem Besuch des Białowieża-Waldes fort.

Ausrichter der Tagung sind die Europasektion des Verbandes von Naturschutzwissenschaftlern Society for Conservation Biology und die Universität Warschau.

Verfasser dieses Artikels ist Dr. Stefan Kreft (Centre for Econics and Ecosystem Management).

Website der Konferenz (engl.)  
Resolution „Białowieża Forest: Hands off and eyes on!“