Position

Stellungnahme: Meeresschutzgebiete

12.02.2017

"Die unterzeichnenden Umweltverbände stellen fest, dass die Bundesregierung mit den bisherigen Entwürfen der NSG-Verordnungen weder den naturschutzfachlichen Notwendigkeiten gerecht wird noch zur Erreichung der deutschen und europäischen Meeresschutzziele beiträgt. Faktisch fällt Deutschland damit sogar hinter die Vorgaben von FFH- und Vogelschutzrichtlinie zurück und setzt insgesamt die völkerrechtlichen Verpflichtungen nicht um."

Die deutsche Nord- und Ostsee sind in keinem guten ökologischen Zustand, so die alarmierende Bewertung der Bundesregierung im Rahmen der Berichtspflichten nach EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL-Erstbewertung 2012) und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Bericht 2013). Die nationale Rote Liste der Meeresorganismen aus dem Jahr 2014 führt ein Drittel der untersuchten Arten und Lebensräume als gefährdet.

Die geschützten FFH-Lebensraumtypen Riffe (1170) und Sandbänke (1110) sind in einem andauernden „ungünstig-schlechten“ Erhaltungszustand. Und kaum eine der im Rahmen des MSRL-Monitorings untersuchten Arten bzw. deren Lebensraum erreichte dabei den gewünschten guten Umweltzustand.

Verantwortlich für den Rückgang von Arten und Lebensräumen sind nach Aussage der Bundesregierung insbesondere die Fischerei mit Grundschleppnetzen, der überhöhte Nährstoffeintrag und der Abbau mariner Rohstoffe in Kumulation mit weiteren Einflüssen wie Klimawandel und Schadstoffeinträgen. Die Zeit zum Handeln drängt!

Gemeinsame Stellungnahme der Umweltverbände

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