Pressemitteilung

DNR im Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel

12.07.2016

Der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel aufgefordert, die nachhaltige Entwicklung und den Klimaschutz zum Leitbild der Politik zu machen. „Die internationalen Vereinbarungen von Elmau, New York und Paris im letzten Jahr haben die Nachhaltigkeit zur zentralen Leitlinie der Politik gemacht. Mit der konsequenten Umsetzung in nationales Recht steht und fällt die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung“, sagte DNR-Präsident Kai Niebert anlässlich eines Gesprächs des DNR-Präsidiums mit Bundeskanzlerin Merkel.

Mit den Beschlüssen vom G7-Gipfel und von der Pariser Klimakonferenz sei das Ende des fossilen Zeitalters beschlossene Sache. Die Bundesregierung müsse nun die versprochene Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft unverzüglich angehen und eine internationale Vorreiterrolle im Klimaschutz übernehmen. Zu diesem Zweck dürfe der Klimaschutzplan 2050 nicht weiter verwässert, sondern müsse in Einklang mit den Pariser Klimazielen gebracht und mit ambitionierten Zielen zur Treibhausgasminderung sowie für die einzelnen Sektoren versehen werden.

„Die umweltpolitische Glaubwürdigkeit der Bundesregierung steht auf dem Spiel“

Kai Niebert

Der DNR appellierte darüber hinaus an die Bundeskanzlerin, sich auf europäischer Ebene für eine Beibehaltung und Stärkung der Naturschutzrichtlinien einzusetzen und die EU-Agrarpolitik einem „Fitness Check“ zu unterziehen. Die Agrarpolitik habe ökologisch, aber auch ökonomisch und sozial versagt und benötige daher eine schonungslose Überprüfung. „Immer mehr Bauern, Tierschützer, Naturschützer und Verbraucher fordern eine andere Landwirtschaft. Bundeskanzlerin Merkel muss sich daher für eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik nach dem Prinzip „Geld gegen Leistung“ durch Umschichtung der Subventionen in zielgerichtete Agrarumweltmaßnahmen einsetzen“, betonte DNR-Präsidiumsmitglied Ludwig Sothmann.

Mit Blick auf die Zukunft der Europäischen Union betonte DNR-Präsident Niebert gegenüber der Bundeskanzlerin, dass Europa nicht noch mehr Deregulierung brauche, sondern eine ehrliche Transformation hin zu einer nachhaltigen Entwicklung innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten. „Umwelt und Nachhaltigkeit besitzen eine große Bedeutung für ein zukunftsfähiges und demokratisches Europa und haben das Potenzial, das verbindende Element für die Europäische Union zu werden“, so Niebert weiter.

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