Pressestatement

Pressestatement zum Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai 2019

21.05.2019

Berlin – Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der Biologischen Vielfalt kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):

 „Jede achte Tier- und Pflanzenart ist durch den Menschen vom Aussterben bedroht. Wie deutlich muss die Botschaft noch werden, damit etwas passiert? Statt Taten ist jedoch das laute Schweigen der Kanzlerin unüberhörbar.
Wenn selbst Regierungsstudien aufzeigen, dass der Erhalt der Natur und ihrer Vielfalt höchste Priorität bei den Bürgerinnen und Bürgern haben, ist die Regierung zum Handeln gefordert. Umso mehr, als dass die Bürger fordern, den Erhalt der Biologischen Vielfalt über die Profitinteressen von Konzernen zu stellen.
Forderungen, das Artensterben noch genauer vermessen zu müssen, bevor wir handeln, sind fahrlässige Verzögerungstaktiken. Statt Bienen-Apps braucht es eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik.
Es reicht nicht mehr, sich in Abkommen und Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu verpflichten. Unsere biologische Vielfalt braucht sofort konkrete Maßnahmen der Bundesregierung zum Stopp des sechsten Artensterbens.
Biologische Vielfalt ist dabei mehr als eine Vielfalt der Arten. Es geht auch um eine Vielfalt der Lebensräume und um eine Vielfalt der Gene. Deswegen fordern die im Deutsche Naturschutzring zusammengeschlossenen Verbände einen sofortigen Stopp des Artensterbens, einen grundlegenden Umbau der europäischen Landnutzungs- und Agrarpolitik und ein europaweites Verbot der Ausbringung gentechnisch veränderter Organismen.
Frau Kanzlerin, fordern sie endlich am Kabinettstisch von allen Ressorts „Vorfahrt für die Vielfalt“! Der Verlust der biologischen Vielfalt kostet schon heute zehn Prozent des Weltwirtschaftsproduktes. Wir können uns keinen stummen Frühling und keine stumme Bundesregierung mehr leisten.“

Fachliche Nachfragen:

Ilka Dege| Koordinatorin Biodiversitätspolitik
+49 (0)30 6781775-917
ilka.dege@dnr.de

 

 

 

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