DNR Jahresbericht: 2016

Im Sommer 2016 hat die Anthropocene Working Group des Internationalen Geologischen Kongresses bestätigt, dass die Menschheit in eine neue Erdepoche eingetreten ist, das Anthropozän. Durch seinen Ressourcenverbrauch hat der Mensch die Natur in den letzten 150 Jahren immer stärker übernutzt. Dringliches Handeln ist daher notwendig, damit die planetaren Grenzen nicht weiter überschritten werden. Denn zu einer Abschwächung der globalen Negativtrends kam es bisher nur aufgrund ökonomischer Krisen: Die Ölkrisen der 1970er-Jahre, der Zusammenbruch der kommunistischen Diktatur im Osten in den 1990ern oder auch die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009 ließen die Kurven des Ressourcenverbrauchs leicht abflachen.

Für Deutschland bedeutet dies einen grundlegenden Politikwechsel in vielen Bereichen. Hierzu gehört ein möglichst rascher Ausstieg aus der Kohleverstromung, eine Neuausrichtung des Steuer- und Abgabensystems durch Abschaffung umweltschädlicher Subventionen sowie eine Wende in der Verkehrs- und Agrarpolitik. Vor diesem Hintergrund hat der DNR auf seiner Mitgliederversammlung 2016 beschlossen, stärker aus der Umweltpolitik heraustreten und ganz bewusst auch Sozial-, Finanz- und Wirtschaftspolitik mitgestalten zu wollen.