Fracking verantwortlich für erhöhte Krebsrate in Niedersachsen?

Angesichts überdurchschnittlich hoher Krebsraten im Landkreis Rotenburg/Wümme fordern Ärzte eine Untersuchung der Ursachen von der Landesregierung. In Rotenburg/Wümme wird seit Jahrzehnten Erdgas gefördert - auch per Fracking. Nun vermuten Mediziner einen Zusammenhang.

Über 200 Ärzte unterzeichneten im Oktober einen offenen Brief an Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD). Sie fordern zusätzliche Geldmittel, um die Ursachen für die erhöhten Krebsraten in der Region systematisch untersuchen zu können. Anlass zur Beunruhigung gaben Statistiken des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen, nach denen zwischen 2003 und 2012 beinahe doppelt so viele Männer zwischen 60 und 74 Jahren an Blut- und Lymphdrüsenkrebs erkrankt waren wie erwartet.

In der Region wird seit Jahrzehnten Erdgas gefördert, unter anderem auch durch Fracking, bei dem unter Hochdruck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepresst wird. Der NABU hatte bei Untersuchungen in der Nähe von zwei Bohrplätzen bei Söhlingen 40- bis 70-fach überhöhte Quecksilberwerte gemessen und auch krebserregendes Benzol soll in der Vergangenheit ausgetreten sein.

“Es liegt nahe, dass die Erkrankungen mit der Förderung von sogenanntem konventionellem Erdgas in den vergangenen Jahrzehnten - auch mittels Fracking - zusammenhängen”, sagte der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE). Zdebel sieht auch die Bundesregierung in der Pflicht, hier Aufklärung zu leisten. Diese wolle schließlich ein Frackingerlaubnisgesetz auf den Weg bringen.