Fracking-Verbot bremst Innovation? Von wegen!

Nach dem Bundestag hat heute auch der Bundesrat dem Fracking-Geseztespaket der Großen Koalition zugestimmt. Damit hat das faktische Verbot von Fracking in Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein die letzte Hürde genommen. Sogenanntes Tight-Gas-Fracking wird mit dem GroKo-Gesetz allerdings explizit erlaubt. Ein Fracking-Verbotsgesetz sieht anders aus.

Dennoch: Die deutsche Erdgasindustrie läuft Sturm und wertet das Gesetzespaket als „schlechtes Signal für eine Industrienation wie Deutschland, die von Innovationen lebt“. Schon ist das Schreckgespenst vom gefährdeten Wirtschaftsstandort Deutschland wieder da. Und auch der Vorwurf der Innovationsfeindlichkeit wird wieder ausgepackt. Fracking-Befürworter*innen schwingen diese Keule ja ganz gerne – daher lohnt es sich umso mehr nochmal genauer hinzuschauen: Im wirtschaftlichen Sprachgebrauch bedeutet Innovation laut Duden die „Realisierung einer neuartigen, fortschrittlichen Lösung für ein bestimmtes Problem, besonders die Einführung eines neuen Produkts oder die Anwendung eines neuen Verfahrens“.

Schon beim Lesen dieser Definition stellt sich die Frage: Warum soll ein Frackingverbot dann innovationsfeindlich sein? Ist es nicht gerade die Erdgasindustrie gewesen, die immer wieder betont hat, dass Fracking schon seit mehreren Jahrzehnten durchgeführt werde? Wo ist also die Neuartigkeit des Verfahrens? Und welche fortschrittliche Lösung für welche Probleme soll Fracking bringen? Sicher kann Fracking dazu beitragen das Geld in den Kassen der Konzerne klingeln zu lassen, aber eine Antwort auf drängende Probleme wie den Schutz von Natur, Trinkwasser und Gesundheit sowie den Kampf gegen den Klimawandel ist Fracking in keiner Weise.

Auch die deutsche Bundesregierung hat den Klimavertrag von Paris unterzeichnet, in dem sich die Staatengemeinschaft darauf geeinigt hat, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das bedeutet: Raus aus den fossilen Energien, rauf mit der Energieeffizienz und hin zu 100 Prozent Erneuerbare! Fracking kann keinen Beitrag zu Klimaschutz und Energiewende leisten – im Gegenteil! Um das Klimaziel von Paris zu erreichen, müssen 75 Prozent der weltweit bekannten Erdgasreserven im Boden bleiben. Da macht es keinen Sinn diese auch noch mit einer dreckigen und umweltschädlichen Technik aus dem Boden zu pressen.

Statt in Fracking zu investieren, muss der Ausbau der Erneuerbaren Energien konsequent vorangetrieben und die Energieeffizienz gesteigert werden. Hier liegen die wahren Innovationsmotoren und zukunftsgewandte Antworten auf die dringenden Probleme, die es zu lösen gilt. Ein konsequentes Fracking-Verbot wäre hierfür das richtige Signal, innovationsfeindlich hingegen ist es, das fossile Zeitalter künstlich zu verlängern.