Das Projekt

Die industrialisierte Wirtschaft ist in hohem Maße auf Rohstoffe angewiesen. Weltweit werden jährlich rund 70 Milliarden Tonnen an Rohstoffen eingesetzt – mit steigender Tendenz. Angesichts der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung von Schwellenländern, des prognostizierten Bevölkerungswachstums und des stetig wachsenden Ressourcenhungers in den Industrienationen könnte sich der weltweite Rohstoffverbrauch bis 2050 sogar vervierfachen. Allein in Deutschland hat sich der Rohstoffverbrauch zwischen 1980 und 2008 von 4,7 Milliarden Tonnen auf 21,1 Milliarden Tonnen fast verfünffacht.

Wachsender Rohstoffhunger

Der wachsende Ressourcenhunger ist mit ökonomischen, sozialen und ökologischen Risiken verbunden: steigende Rohstoffpreise, Verknappung der verfügbaren Rohstoffe, Freisetzung von Treibhausgasen und Luftschadstoffe, Beeinträchtigung von Ökosystemen und Biodiversität. Schon heute übersteigt die Nutzung natürlicher Ressourcen die Regenerationsfähigkeit der Erde deutlich. Der rasant wachsende Rohstoffverbrauch steht dabei auch in deutlichem Widerspruch zu den Klimazielen, die 2015 im Klimaschutzabkommen von Paris beschlossen wurden. Gelingt es nicht, den Rohstoffverbrauch drastisch zu senken, wird die Erde langfristig nicht in der Lage sein, den Bedürfnissen der Menschheit gerecht zu werden und unsere ständig zunehmende Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie zu decken.

Die Bundesregierung hat mit ihrer Nachhaltigkeitsstrategie im Jahr 2002 daher das Ziel ausgegeben, die Rohstoffproduktivität in Deutschland bis 2020 im Vergleich zu 1994 zu verdoppeln. Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess) unterstützt die Erreichung dieses Ziels. Dennoch liegt der Fokus der Rohstoffpolitik nach wie vor auf der Sicherung der Rohstoffversorgung – sei es durch Rohstoffpartnerschaften mit Drittstaaten oder die weitere Erschließung heimischer Bodenschätze. Insbesondere das Bundesberggesetz räumt dem Rohstoffabbau Vorrang vor allen anderen Interessen ein. Angesichts ökonomischer, ökologischer und sozialer Folgen der Ressourcenausbeutung, ist eine derartige Ausrichtung der Rohstoffpolitik nicht mehr zeitgemäß.

Ziele des Projekts

Mit dem Projekt Rohstoffpolitik 2.0 will der Deutsche Naturschutzring rechtliche und ökonomische Instrumente der Ressourcenschonung erarbeiten und zur Diskussion stellen. In thematischen Workshops, Publikationen und Blog-Beiträgen werden einzelne rechtliche und ökonomische Aspekte und Instrumente der Rohstoffpolitik erörtert, die ein alternatives Handlungskonzept für eine ökologisch- und sozialverträgliche Rohstoffpolitik aufzeigen.


Abgeschlossenes Projekt: Reform des Bundesberggesetzes

Im Rahmen des Projekts „Umwelt- und Ressourcenschutz und Reform des Bundesberggesetzes“ hat der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Defizite des gültigen Bergrechts in der deutschen Öffentlichkeit, gegenüber der Politik und in den Umweltverbänden zu thematisiert. Durch Veranstaltungen, Publikationen, Vorträgen, Presse-, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit hat das Projekt dazu beigetragen, für die Reformbedürftigkeit des Bundesberggesetzes (BBergG) zu sensibilisieren. Mehr