Fracking

Hydraulic Fracturing (kurz: Fracking) ist eine Technik, die vor allem bei der Förderung von Erdöl und Erdgas zum Einsatz kommt.

Durch Einpressen des so genannten Frackfluids, einem Gemisch aus Wasser, Quarzsand oder Keramikkügelchen sowie diversen chemischen Zusätzen, können Erdöl und Erdgas aus tiefen Gesteinsschichten gelöst werden, die mit herkömmlichen Fördermethoden nicht erschließbar sind. Auch in der Tiefengeothermie wird Fracking zur hydraulischen Stimulation eingesetzt, um einen Thermalwasserkreislauf zwischen verschiedenen Bohrungen herzustellen – dort allerdings ohne Beigabe von Chemikalien und ohne große Druckveränderungen.

Fracking ist mit verschiedenen Risiken für Natur, Umwelt und Menschen verbunden. Das in großen Mengen verpresste Frackfluid ist ein Chemikaliengemisch, das in das Grundwasser oder oberflächennahe Bodenschichten gelangen kann. Darüber hinaus wird nach dem eigentlichen Fracking-Vorgang nicht nur Öl oder Gas gefördert, sondern auch hochgiftiges Lagerstättenwasser strömt aus den tiefen Gesteinsschichten mit an die Oberfläche. Diese Flüssigkeit ist mit Schwermetallen oder radioaktiven Stoffen belastet.

Die gängige Entsorgungsmethode für Lagerstättenwasser ist die Verpressung in alten Bohrlöchern. Sicher ist das allerdings nicht: Bei Transport und Entsorgung von hochgiftigem Lagerstättenwasser kam es in der Vergangenheit wiederholt zu Zwischenfällen. Außerdem werden im Umkreis bestehender Frackingvorhaben immer wieder schwache Erdbeben gemessen. Nicht nur Fracking und konventionelle Erdgasförderung können Erdbeben verursachen, auch Druckveränderungen durch die Verpressung von Lagerstättenwasser in tiefen Gesteinsschichten haben bereits Erdbeben ausgelöst.

Nur ein komplettes Fracking-Verbot schafft umfassenden Schutz von Mensch und Natur vor den Gefahren dieser Technik. Statt durch Tight-Gas-Fracking weitere fossile Energieträger zu erschließen, muss die Bundesregierung die Energiewende konsequent und entschlossen umsetzen.

Kai Niebert, DNR-Präsident

Der Deutsche Naturschutzring setzt sich daher für ein ausnahmsloses Verbot von Fracking in Deutschland ein. Gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen und Partnern aus anderen zivilgesellschaftlichen Bereichen wie etwa Gewerkschaften oder Kirchen hat der DNR den Fracking-Gesetzgebungsporzess in Deutschland kritisch begleitet und gegenüber Regierung und Bundestag für ein Fracking-Verbot geworben.

Fracking-Gesetz in Deutschland

Im Juli 2016 wurde im Bundesrat das Fracking-Gesetzespacket beschlossen. Faktisch bedeutet das ein Verbot von Erdöl- und Erdgasfracking in Schiefer-, Ton-, Mergel- und Kohleflözgestein jedoch nicht im Bundesberggesetz selbst, sondern über einen Umweg im Wasserhaushaltsgesetz. Für Frackingvorhaben ist eine wasserrechtliche Erlaubnis einzuholen, im Wasserhaushaltsgesetz ist diese jedoch ausgeschlossen. Eine Ausnahme besteht jedoch: bis zu 4 Erprobungsmaßnahmen sind unter Vorbehalt einer wasserrechtlichen Erlaubnis in den oben genannten Gesteinsarten möglich. Außerdem ist die Erteilung einer Erlaubnis für Fracking in Sandstein, so genanntes Tight-Gas-Fracking, weiterhin möglich. Ein Fracking-Verbot besteht also in Deutschland derzeit nicht, jedoch die Pflicht einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Auch das Verpressen von Lagerstättenwasser wurde neu geregelt, bestehende Bohrungen jedoch rückwirkend legitimiert.

Details zu Fracking finden Sie im Factsheet auf der rechten Seite, aktuelle Meldungen zum Thema in unserem Blog.